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Die Kaufmännische Lehre

Berufsbeschreibung

Der Beruf der kaufmännischen Angestellten hat sich in den vergangenen Jahren markant verändert. Computer beherrschen den Alltag, und die Kommunikation zwischen den Geschäftspartnern nimmt eine führende Stellung ein. Die Arbeitsabläufe sind mit der weltweiten Vernetzung komplexer geworden.

Die neue kaufmännische Grundbildung realisiert zwei Bildungsziele.

Die angehenden Kaufleute lernen das selbständige Arbeiten, das heisst:

  • Sie übernehmen Verantwortung am Arbeitsplatz
  • Sie gewinnen Selbstsicherheit
  • Sie stehen auf eigenen Füssen

Die neue kaufmännische Grundbildung stellt das lebenslange Lernen ins Zentrum. Damit sind die jungen Berufsleute gerüstet, um mit den Innovationen zu wachsen und Flexibilität im sich ständig verändernden Arbeitsmarkt aufbauen zu können.

Die Lernenden werden bereits während ihrer Ausbildungszeit mit den Problemen und Chancen ihrer Lehrfirma konfrontiert. Die neue Ausbildung sensibilisiert die jungen Kaufleute für die Komplexität der Arbeitsprozesse in ihrer Firma und fördert das vernetzte Denken.

Das neue Berufsbild wird durch den kaufmännischen Kompetenzwürfel verkörpert. Er ist Basis und Kernstück der neuen Berufslehre. Der Würfel zeigt symbolisch auf, dass die drei Ebenen Fach-, Sozial- und Methodenkompetenzen miteinander verbunden sind. Diese Kompetenzen werden die jungen Berufsleute während ihrer dreijährigen Ausbildung erwerben und einsetzen.

Anforderungen, Voraussetzungen

Wir jungen Menschen werden bereits während unserer Ausbildungszeit mit den Problemen, Chancen und Risiken unserer Lehrfirma konfrontiert. Deshalb ist das in unserer Grundausbildung erworbene Können und Wissen auf die Flexibilität in der Wahrnehmung und Mitgestaltung von Arbeitstätigkeiten im gesamten kaufmännischen Berufsfeld angelegt. Die Ausbildung sensibilisiert uns junge Kaufleute für die Komplexität der Arbeitsprozesse und fördert das vernetzte Denken.

Um im anspruchsvollen Beruf der kaufmännischen Angestellten heute und morgen bestehen zu können, müssen wir Kaufleute über Handlungskompetenzen verfügen.

Auch sind Teamfähigkeit, freundliche Umgangsformen und Eigenverantwortung sehr gefragt.

Ausbildung

Die kaufmännische Grundbildung kann in drei Anforderungsstufen B, E oder M absolviert werden.

Das B-Profil (Basisbildung) wertet die bisherige zweijährige Bürolehre zu einer dreijährigen Grundbildung auf. Im B-Profil beherrschen die Lernenden die kaufmännischen Aufgaben mit mehrheitlich ausführendem Charakter. Einen Schwerpunkt bildet die Ausbildung im Lernbereich Information, Kommunikation, Administration (IKA). Die Lernenden verstehen sich als Dienstleistende gegenüber internen und externen Kunden. Sie sind fähig, in der Standardsprache kompetent zu kommunizieren. In einer Fremdsprache verstehen sie einfache Texte und Gespräche.

Das E-Profil (erweiterte Grundbildung) umfasst die bisherige klassische kaufmännische Lehre. Die kaufmännischen Aufgaben sind auf ein hohes Mass an Selbständigkeit ausgerichtet. Die Lernenden erwerben die Fähigkeit, Aufgaben und Prozesse neu zu definieren. Sie sind fähig, sich in der Standardsprache mündlich und schriftlich einwandfrei auszudrücken. Sie verfügen zusätzlich über gute Kenntnisse in einer zweiten Landessprache und Englisch.

Die höchste Anforderungsstufe entspricht dem M-Profil. Dabei durchlaufen die Lernenden die erweiterte Grundbildung in Kombination mit den Anforderungen der kaufmännischen Berufsmaturität. Die kaufmännische Berufsmaturität kann auch im Anschluss an eine Berufslehre absolviert werden.

Schulunterricht

Die neue kaufmännische Lehre beginnt mit einem Basiskurs an der kaufmännischen Berufsschule. Der Basiskurs vermittelt einerseits Sozialkompetenzen wie Teamfähigkeit, Umgangsformen oder Eigenverantwortung, andererseits im Bereich der Administration verschiedene Arbeitstechniken, Umgang mit neuen Technologien usw. Wie der Name Basiskurs verrät, erwerben die Lernenden somit Basiskenntnisse und Fähigkeiten, so dass sie unmittelbar danach im Lehrbetrieb arbeits- und einsatzfähig sind. Der Basiskurs entlastet die Betriebe davon, den Lernenden das grundlegende kaufmännische Wissen zu vermitteln.

Arbeits- und Lernsituationen (ALS)

Während der Lehre überprüft der Berufsbildner anhand einer Arbeits- und Lernsituation (ALS) periodisch das Arbeiten und Verhalten der Lernenden im Betrieb. Eine ALS konzentriert sich auf einen zentralen Arbeitsbereich des Lernenden. Zur Beurteilung jeder ALS stellt der Berufsbildner aus dem Modelllehrgang passende Leistungsziele und Verhaltenskriterien zusammen. Nach einem Vorbereitungsgespräch mit dem Berufsbildner beschäftigt sich der Lernende während mindestens drei Monaten intensiv mit der ALS. Der Berufsbildner teilt dem Lernenden in einem abschliessenden Beurteilungsgespräch seine Beobachtungen und die Note mit, welche bei der Lehrabschlussprüfung angerechnet wird. In jedem der drei Lehrjahre findet obligatorisch die Bewertung von zwei ALS statt.

Prozesseinheiten (PE)

Die heutige Arbeitswelt verlangt von den Kaufleuten ein verstärktes prozessorientiertes und bereichsübergreifendes Denken und Handeln. Deshalb wird bei der Ausbildung in den Betrieben darauf geachtet, dass sich die Lernenden nicht mit isolierten Einzeltätigkeiten beschäftigen, sondern sich mit ganzen Arbeitsabläufen sowie vernetzten Teilschritten auseinander setzen. Betriebliche Abläufe müssen erkannt, verstanden und festgehalten werden. Dazu gehören insbesondere Selbständigkeit, analytisches Vorgehen, Präsentationstechnik und vernetztes Denken. Das mit den Prozesseinheiten (PE) geschaffene Instrument erlaubt die genannten Fähigkeiten zu überprüfen.

Während der Lehre werden drei Prozesseinheiten absolviert, wobei sich das Anspruchsniveau einer PE vom ersten bis ins dritte Lehrjahr steigert.

Überbetriebliche Kurse (ÜK)

Während der dreijährigen Lehrzeit organisieren die Branchenverbände vier überbetriebliche Kurse mit einer Dauer von zwei bis vier Tagen pro Lehrjahr.

Standortbestimmung

Am Ende des ersten Lehrjahres findet eine Standortbestimmung statt. Sowohl die Berufsschule als auch der Lehrbetrieb beurteilen die bisherigen Leistungen der Lernenden. Für diese Beurteilung verwendet die Berufsschule grundsätzliche Erfahrungsnoten aus den wichtigsten Fächergruppen, während im Lehrbetrieb die zwei Arbeits- und Lernsituationen (ALS) und die erste Prozesseinheit (PE) massgebend sind.

Die Standortbestimmung kann für die Lernenden Konsequenzen haben. Lernende mit sehr guten Noten können unter bestimmten Voraussetzungen in eine lehrbegleitende Berufsmaturitätsklasse wechseln. Andererseits kann eine ungenügende Standortbestimmung entweder zu einer Wiederholung des ersten Lehrjahres, zum Wechsel in ein tieferes Niveau (Grundbildung) oder auch zum Abbruch der Lehre führen.

Lehrabschlussprüfung (LAP)

Die Lehrabschlussprüfung setzt sich neu aus zwei gleichwertigen Teilen, einem Schul- und einem Betriebs-/Branchenteil, zusammen

Sonnenseite

Kaufmänner und Kauffrauen sind in jeder wirtschaftlichen Situation gefragt, sei es in der Industrie, oder in den Gewerbe- und Dienstleistungssektoren. Die Arbeit ist sehr vielfältig und abwechslungsreich. Der Kaufmann/die Kauffrau ist in der Lage, selbständig zu arbeiten, eigene Ideen und Lösungsvorschläge in seine Arbeit mit einzubeziehen. Auch ist der Umgang mit Kunden oder anderen Geschäftspartnern sehr abwechslungsreich.

Schattenseite

Da die Arbeit sehr vielfältig ist, muss man sich täglich auf neue Arbeitssituationen einstellen und sehr flexibel sein.

Realität

Im Verhältnis zur Nachfrage der Schulabgänger gibt es nicht genügend freie Lehrstellen in unserem Beruf. Dementsprechend sollte jeder einzelne nach Alternativen für den Ernstfall suchen.

Weiterbildungsmöglichkeiten

Nach einer absolvierten Lehre als Kaufmann/Kauffrau stehen alle Türen weit offen. Die Kaufmännische Ausbildung gilt als gute Grundlage für diverse Weiterbildungsarten und Schulen jeglicher Art. Um gute Chancen auf dem Stellenmarkt zu haben, ist gezielte Weiterbildung wichtig.

Lehrplan für den beruflichen Unterricht

Die KV-Lernenden an unserer Hochschule besuchen drei Jahre das Berufs- und Weiterbildungszentrum in Rapperswil.

 
 
 

Auskunft und Bewerbung

HSR Hochschule für Technik Rapperswil
Ingrid Vettiger
Oberseestrasse 10
8640 Rapperswil
T +41(0)55 222 44 03
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