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11. Rapperswiler Kunststoff-Forum

05.09.16 - Bereits zum 11. Mal fand am IWK Institut für Werkstofftechnik und Kunststoffverarbeitung der HSR am Donnerstag, 1. September 2016 das Rapperswiler Kunststoffforum statt. Renommierte Redner aus der Industrie und der akademischen Fachwelt zeigten die fachliche Breite des Instituts auf. Neben den eindrücklichen Laborpräsentationen wurde die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Industrie dokumentiert. Die bereits zur Tradition gewordene Schifffahrt rundete den Anlass mit rund 190 Teilnehmenden aus der Schweiz und dem nahen Ausland ab.

„Das IWK hat sich für die Unternehmen der Kunststoffindustrie zu einem wichtigen Partner für die Umsetzung innovativer Produkte oder Produktionstechnologien entwickelt. Auch innerhalb der HSR ist das IWK ein kompetenter Partner für institutsübergreifende Zusammenarbeit“. Mit diesen Worten begrüsste Prof. Alex Simeon, Prorektor für angewandte Forschung&Entwicklung, die Teilnehmenden des diesjährigen Rapperswiler Kunststoff-Forums. Simeon stellt fest, dass die Professoren des IWK neben der Forschung bereits in drei Studiengängen unterrichten. Zudem vermeldet er Neuigkeiten: „Durch die neu besetzte Professur für Metallkunde sowie die Verarbeitung und Bearbeitung von Metall wird der metallische Bereich verstärkt, was sich auch in einer erweiterten Maschinenausstattung der HSR internen Werkstatt widerspiegeln wird“.

 

Prof. Dr. Frank Ehrig, Institutsleiter und Leiter Fachbereich Spritzgiessen / PUR, beleuchtete in seinem Begrüssungsreferat die Innovationsfelder für die Kunststofftechnik. Rückblickend stellte er fest, dass die Technologietrends wie Funktions- und Prozessintegration, Leichtbau und Faserverbundkunststoffe seit der Gründung wichtige Standbeine sind. Im Laufe des Institutsaufbaus sind die Bereiche Polymerengineering, Compoundierung und Extrusion, biobasierte Kunststoffe und Verbindungstechnik, dazugekommen und werden aktuell durch die Professur im Bereich der Metallver- und –bearbeitung ergänzt.

 

Prof. Dr. Georg Steinbichler, Bereichsleitung F&E Technologie, Engel Austria GmbH, zeigte auf, dass die Mensch/Maschine-Schnittstelle in der Fabrik der Zukunft aufgrund zunehmender Komplexität von Prozessen eine noch grössere Rolle spielt als heute. Er verdeutlichte das wie folgt: „Assistenzsysteme in der Steuerung einer Spritzgiessmaschine haben ähnlich wie in einem modernen Automobil die Aufgabe dem Spritzgiesser mehr Transparenz, Assistenz und Effizienz zu schaffen“. Als wesentliche Vorteile werden damit eine maximale Schonung von Werkzeug und Maschine, eine verbesserte Entlüftung und eine Reduktion des Energieverbrauchs erzielt. Neue Prozesstechnologien sieht Steinbichler in der Insitu-Polymerisation und der Tapelegetechnik zur wirtschaftlichen Fertigung endlosfaserverstärkter Bauteile für Leichtbauanwendungen in Verbindung mit der Spritzgiesstechnik.

 

Sehr anschaulich präsentierten Dr. Frank Burbulla, Berechnungsingenieur CAE Fahrzeugsicherheit, Porsche AG, und Prof. Dr. Pierre Jousset, Fachbereichsleiter Verbindungstechnik, in ihrem zweiteiligen Referat, wie die Zusammenarbeit zwischen Industrie und Hochschule in der Praxis funktioniert. Am Beispiel der Verbindung von hybriden Strukturen mit Klebstoffen zeigen sie auf, dass für eine aussagekräftige Modellbildung in der numerischen Crashsimulation die gesamte Verbindungstechnik vom Schweissen, Schrauben, Nieten, Clipsen sowie Kleben berücksichtigt werden muss. Neben dem Gesamtfahrzeugmodell müssen die Grundlagenversuche und die Parameterbestimmung der Materialmodelle für die Simulation der hyperelastischen Klebstoffe durchgeführt werden. Diesen Teil übernahm im Rahmen einer Forschungszusammenarbeit das IWK. Die Integration der Ergebnisse in das Gesamtmodell erfolgte dann wiederum bei Porsche.

 

Massgeschneiderte Leichtbaulösungen für unterschiedlichste Anwendungen präsentierte Prof. Dr. Gion Andrea Barandun, Fachbereichsleiter Faserverbund / Leichtbau, IWK. „In den letzten Jahren haben sich die Möglichkeiten bezüglich Materialien und Bauweisen für Leichtbauanwendungen deutlich erweitert. Dank neuartiger Werkstoffe und innovativer Prozesse entstehen immer wieder neue Lösungen für teilweise sehr spezifische Problemstellungen“ stellte Barandun fest. Die angesprochenen Lösungen vertiefte er anschaulich anhand unterschiedlichster Entwicklungsprojekte.

 

Eine Erweiterung der Produktionstechnik am IWK präsentierte Prof. Daniel Schwendemann, stv. Institutsleiter, Fachbereichsleiter Compoundieren / Extrusion, IWK: Mit der neuen 3-Schicht-Flachfolienanlage werden die bisher möglichen Verfahrensvarianten für die Folienherstellung deutlich erweitert. Durch den modularen Aufbau können drei mit gravimetrischen Dosierungen ausgestattete Extruder eingesetzt werden. Mit der Anlage rundet das IWK sein Angebot im Bereich der Folienextrusion ab. Die Anlage steht ab sofort für Entwicklungsprojekte oder Produktmusterungen zur Verfügung.

 

Prof. Dr. Mohammad Rabiey ist der neue Fachbereichsleiter Fertigungstechnik Metall am IWK. Nach der Ausbildung zum Maschinenbauingenieur sammelte Rabiey seine Berufserfahrung in verschiedenen Bereichen der Automobilindustrie. Anschliessend spezialisierte er sich weiter im Bereich der Zerspanung mit unbestimmten Schneiden und promovierte an der Universität Stuttgart. Während seiner Tätigkeit bei inspire AG an der ETH Zürich fokussierte er sich auf die Anwendung neuer Technologien wie Laser, Electro-discharge Machining EDM und Electro-chemical Machining ECM in Kombination mit konventionellen Zerspantechniken. Bei ABB Turbo Systems AG leitete er als „Principal Technical Consultant“ mehrere Projekte auf dem Gebiet der Fertigungstechnologie und Automatisierungstechnik. Seit September 2016 ist Herr Rabiey als Professor der Fertigungstechnik Metall an der Hochschule für Technik Rapperswil tätig.

 

Laborpräsentationen mit Fachvorträgen

Im zweiten Teil der Veranstaltung wurden in den Labors die neuesten Entwicklungen und Technologien der Fachbereiche Spritzgiessen/PUR, Compoundierung/Extrusion, Faserverbundtechnik/Leichtbau, Verbindungstechnik und Mechanische Systeme vorgestellt. Zur Demonstration aktueller Projekte waren die verschiedenen Kunststoffverarbeitungsmaschinen live in Betrieb. In Form von Kurzvorträgen wurden ausgewählte Entwicklungen präsentiert.

Die HSR Hochschule für Technik Rapperswil bildet in Technik/IT sowie Architektur/Bau/Planung rund 1500 Studierende aus. Neben der Bachelor- und Masterausbildung bietet die HSR auch Weiterbildung für Fachleute aus der Praxis. Durch ihre 16 Institute der anwendungsorientierten Forschung und Entwicklung pflegt die HSR eine intensive Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und der öffentlichen Hand.

 

IWK Institut für Werkstofftechnik und Kunststoffverarbeitung bietet neben der Lehrtätigkeit Dienstleistungen für Industrieunternehmen im regionalen und überregionalen Bereich an. Die Projekte umfassen Beratungen, Studien, Expertisen, Schulungen, Entwicklungs-, Konstruktions- und Berechnungsaufgaben, Bauteil- und Werkstoffprüfungen, Schadensanalysen und vieles mehr. Darüber hinaus erarbeitet das IWK grundlegende Lösungen für praxisrelevante Problemstellungen in Projekten der anwendungsorientierten Forschung und Entwicklung aF&E in Kooperation mit Partnern aus der Industrie und anderen Hochschulen.

 

Bildlegende:

Bild 1: IWK-Team Fachbereich Verbindungstechnik

Bild 2: Prof. Dr. Georg Steinbichler, Bereichsleitung F&E Technologie, ENGEL AUSTRIA GmbH

Bild 3: Prof. Daniel Schwendemann im Gespräch 

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