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Ausstellung und Veranstaltungsreihe zur "Furttalstadt"

07.10.08 - Vor etwas mehr als 50 Jahren forderten Max Frisch, der Soziologe Lucius Burckhardt und der Historiker Markus Kutter den Bau einer neuen Stadt im Geiste der Moderne. Angeregt durch diese Idee entstand später das Modell einer Stadt im Zürcher Furttal. Dieses wird am 24. Oktober 2008 als Dauerexponat an der HSR Hochschule für Technik Rapperswil der Öffentlichkeit übergeben.

«Im Ernst: gründen wir eine neue Stadt», heisst es im 1955 erschienenen Pamphlet «achtung: die Schweiz» von Max Frisch, Lucius Burckhardt und Markus Kutter. Anstelle der Landesausstellung 1964 fordern die Autoren darin den Bau einer neuen Stadt – ganz im Geist der modernen Zeit. Die Intention dafür war nicht nur städtebaulicher Art. Vielmehr helfe der Bau einer solchen Stadt der Schweiz sich zu besinnen, «wo sie steht, woher sie kommt und wohin sie will». Die Schrift löste landesweit heftige Diskussionen aus. Einzig die Architekten reagierten zurückhaltend. Schliesslich wurden die Ideen von Prof. Ernst Egli und weiteren Kollegen der ETH Zürich aufgenommen. Nachdem mit der Gemeinde Otelfingen ein geeignetes Übungsfeld gefunden war, erarbeiteten sie unter dem Titel «Die neue Stadt» von 1958 bis 1963 einen visionären Entwurf für eine ideale Schweizer Stadt im Zürcher Furttal.

Die Schweizer Musterstadt der 1950er-Jahre

Bei der Planung der «Furttalstadt» wurden soziale und ökonomische Prozesse der Zeit konsequent in die städtebauliche Gestaltung einbezogen. Die gesellschaftlichen Bedingungen des Wohnens, Zusammenlebens und Wirtschaftens wurden ermittelt, Durchschnittswerte gebildet, in Flächenbedarfe übersetzt und so für die Planung handhabbar gemacht. Schliesslich entstand eine Modellstadt für knapp 30‘000 Einwohnerinnen und Einwohner. Gebaut wurde die «Furttalstadt» allerdings nie, Projekt und Stadtmodell gerieten bald nach Publikation der Studie zu Beginn der 1960er-Jahre in Vergessenheit. Selbst die Autoren von «achtung: die Schweiz», welche den Anstoss für die Studie gegeben hatten, reagierten kritisch: Sie empfanden die Stadt als zu konstruiert und zu wenig individuell gestaltbar. Doch lassen sich die modernen Gebäudetypen, die das Stadtmodell zeigt, heute in der ganzen Schweiz finden: Kulissenhäuser, Scheibenhäuser, Turmhäuser, Würfelhäuser, Zeilen- und Winkelhäuser. Auch die Idee der Trennung von Wohnen und Arbeiten und die grosszügigen Verkehrsbauten prägten über lange Zeit den Schweizer Städtebau und die Raumplanung. In Gemeinden wie Spreitenbach oder Birsfelden entstanden Siedlungsformen, die einen ähnlichen Geist vertreten, wie die «Furttalstadt». In der Raumplanung gehörte die Modellstadt zu jenen wegweisenden Studien, die Bauzonen definierten und Bauland von Nichtbauland unterschieden.

Modell von HSR-Studierenden restauriert

In der Rückschau war es nie die Absicht der Studiengruppe, den Bau der «Furttalstadt» in die Realität umzusetzen. Ihr ging es darum, einen Städtebau zu entwickeln, der die negativen Auswirkungen der beginnenden Zersiedelung auffangen konnte. Sie versuchte, den ökonomischen und sozialen Bedingungen gerecht zu werden und dabei gleichzeitig rücksichtsvoll mit dem Landschaftsraum umzugehen. Doch diese Pläne standen im Widerspruch zur politischen Realität der kleinteiligen Schweiz. Und so blieb vom Projekt letztlich nicht viel mehr übrig als das Modell einer «Furttalstadt», das 2005 von der Gemeinde Otelfingen als Dauerleihgabe an die HSR übergeben wurde. Dort wurde es von Studierenden des Studiengangs Raumplanung mit viel Aufwand restauriert und aufbereitet. Als Reminiszenz an eines der grössten und ambitioniertesten Stadtbauprojekte der Schweiz wird es nun dauerhaft an der HSR ausgestellt.

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