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Erfolgreiches 6. Rapperswiler Kunststoff-Forum des IWK

05.09.11 - Impulse und Innovationen für die Kunststoffbranche: Über 140 Fachleute aus Industrie und Hochschule fanden sich am 1. September 2011 zum sechsten Rapperswiler Kunststoff-Forum ein, der seit der Erstausrichtung 2006 zur Tradition gewordenen alljährlichen Veranstaltung des Instituts für Werkstofftechnik und Kunststoffverarbeitung IWK der HSR Hochschule für Technik Rapperswil.

Das IWK fördert damit das Zusammenwirken zwischen Praxis und anwendungsorientierter Forschung und Entwicklung. Mit vielen Projekten trägt es zu neuen Technologien für die Industrie bei und pflegt eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Firmen und anderen Hochschulinstituten. Die Veranstaltung bietet eine attraktive Plattform, um laufende Projekte und Entwicklungen des IWK kennen zu lernen und sich unter Fachleuten auszutauschen.

 

HSR in weiterhin erfreulicher Entwicklung

In seinem Grusswort stellte Prorektor Prof. Alex Simeon, der neu den Bereich anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung (aF+E) leitet, die aktuelle Entwicklung der HSR vor. Im Bereich aF+E engagieren sich in 17 Instituten 69 Professorinnen und Professoren, zusammen mit über 200 wissenschaftlichen Mitarbeitenden und System- oder Projektingenieuren. 2010 erreichte der Gesamtertrag erstmals die Marke von rund 24 Mio Franken. Die grosse Nachfrage nach aF+E-Leistungen drängt zur Realisierung des geplanten Forschungszentrums. 

Spritzgiessen: Faszinierende Lösungen für faszinierende Problemstellungen Institutsleiter Prof. Dr. Frank Ehrig präsentierte Glanzlichter des IWK aus dem Bereich Spritzgiessen. Zu erwähnen sind u.a. das innovative Hinterspritzen von Metallfolien und die Kapselung miniaturisierter Solarzellen für eine funktionale modische Handtasche. Andere herausfordernde Projekte befassen sich mit Optimierungsprozessen sowie mit der Integration von Elektronik in Kunststoffbauteile, so zur Beleuchtung mit LED oder mit Elektrolumineszenz, oder durch Hinterspritzen ultradünner, sensibler Elektronik. Attraktiv ist auch das Innovationsprojekt Puzzleball des Ravensburger Spieleverlags, bei dem es um eine Technologie für das Design und die Produktion von Puzzleteilen für dreidimensionale Puzzles geht.

 

Lasttragende Sandwichstrukturen im Automobilbau

Ausgehend von drei Thesen zeigte Prof. Dr. Markus Henne, stv. Institutsleiter und Leiter des Fachbereichs Faserverbundwerkstoffe, dass Faserverbundtechnologie und Sandwichbauweise unumgänglich sind, wenn das Gewicht der Automobile weiter gesenkt werden soll. Bis zu einer verbreiteten Anwendung sind aber noch diverse Hindernisse zu überwinden. Präsentiert wurde das Potenzial von Sandwichstrukturen in Bezug auf die Crashtauglichkeit von Leichtfahrzeugen, die Integration von Funktionalität und die Fertigung von Sandwichbauteilen in Faserverbundbauweise. Ein innovatives Design erlaubt beispielsweise die Integration der Batterien eines Elektrofahrzeuges in ein gelenkloses, nachgiebiges Chassis in Sandwichbauweise.

 

Ein Jahr Compoundierung am IWK – Biopolymere und Recycling als Schwerpunkte

Prof. Daniel Schwendemann berichtete über die Aktivitäten im ersten Jahr des von ihm geleiteten Fachbereichs Compoundierung/Extrusion. Neben dem Aufbau des Compoundierlabors ging er speziell auf die Biopolymere samt deren Anwendungen und das stoffliche Recycling als Arbeitsschwerpunkte des Fachbereichs ein. Zum Thema Biopolymere wurden mit Industrievertretern sechs Fokusgruppen mit je eigenen Zielrichtungen gebildet. Ein besonderes Augenmerk gilt dem stofflichen Recycling von Multimaterialmischungen aus PP und TPE mit Metallverunreinigungen. Das PP/TPE-Regranulat stellt in einem Bumerang als Demobauteil mit 2K-Technologie seine Tauglichkeit unter Beweis. 

 

Spritzgiessen von Biopolymeren in industriellen Anwendungen

Die Bedeutung von Biopolymeren in industriellen Anwendungen und die entscheidenden Anforderungen behandelte Gastreferent Dr. Sasan Habibi-Naini, Leiter Strategische Innovation bei Sulzer Mixpac AG. Wichtige Stichworte sind die Nachhaltigkeit und die Bioabbaubarkeit der Werkstoffe. Die Durchlässigkeit von Wasserdampf und Sauerstoff ist bei Biopolymeren ein Problem, das allenfalls mit Barriereschichten zu lösen ist. Die Nachfrage des Marktes ist noch zurückhaltend, doch im Steigen begriffen. Auch wenn die Versorgungskette und die Verfügbarkeit der Materialien die industriellen Anforderungen noch nicht erreichen, wird die Entwicklung weitergetrieben, um die zukünftige Nachhaltigkeit sicherzustellen. 

 

Verbesserte Barriereeigenschaften in Lebensmittel-Verpackungen

Bernhard Merki, CEO der Netstal Maschinen AG, präsentierte als Gastreferent eine Innovation seines Unternehmens: Das Umspritzen von Metallfolien zwecks verbesserter Barriereeigenschaften für die Verpackungsindustrie. In fünf Schritten vom Einlegen des metallischen Preforms bis zum beidseitigen Hinterspritzen mit PE oder PP entsteht als Alternative zu Blechdosen ein Produkt mit vielen Vorteilen. Insbesondere die geringere Herstellkosten, die flexible Gestaltungsmöglichkeiten für das Design, aber auch die Verschweissbarkeit von Behälter und Deckel ohne Lücke in der Barriere sowie die Wiederverschliessbarkeit sind seine Stärken. Dazu kommen die Vorzüge der Spritzgiesstechnik samt Dekorieren und Beschriften mit In-Mould-Labeling. 

 

Demonstrationen und Fachgespräche

Im zweiten Teil der Veranstaltung wurden in den Labors die neuesten Entwicklungen und Technologien am IWK gezeigt, umrahmt von einer Posterpräsentation aktueller Projekte sowie Studien- und Abschlussarbeiten aus Bachelor- und Masterstudium, womit auch Gelegenheit zu Diskussion mit den IWKMitarbeitenden geboten wurde. 

 

Mehr Informationen unter: www.iwk.hsr.ch 

Institut für Werkstofftechnik und Kunststoffverarbeitung IWK Die Professoren des IWK sind zum einen als Dozenten im Studiengang Maschinentechnik | Innovation tätig, zum anderen sie mit ihrem Team grundlegende Lösungen für praxisrelevante Problemstellungen in Projekten der anwendungsorientierten Forschung und Entwicklung aF+E und teilweise in Kooperation mit Partnern aus der Industrie und anderen Hochschulen. Darüber hinaus werden Dienstleistungen für Industrieunternehmen im regionalen und überregionalen Bereich angeboten. Die Projekte umfassen Beratungen, Studien, Expertisen, Schulungen, Entwicklungs-, Konstruktions- und Berechnungsaufgaben, Bauteil- und Werkstoffprüfungen, Schadensanalysen und vieles mehr. 

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