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HSR-Institut ICOM erhält Futur-Innovationspreis

20.06.06 - Das Institut für Kommunikationssysteme ICOM der HSR hat am 20. Juni 2006 den Innovationspreis der Stiftung Futur erhalten. Ausgezeichnet wurde das Projekt Sibox plus. Mit dem elektronisch gesicherten Notfall-Zutrittssystem ist es dem ICOM gelungen, ein innovatives, marktfähiges Produkt zu entwickeln, das dem Industriepartner Helbling & Co. AG in Jona zu attraktiven Aufträgen verhilft.

Die Stiftung FUTUR zur Förderung von Jungunternehmen und Kulturschaffen (siehe Kasten) zeichnet jedes Jahr herausragende Projekte der anwendungsorientierten Forschung und Entwicklung (aF&E) der HSR Hochschule für Technik Rapperswil mit dem Futur-Innovationspreis aus. Prämiert werden Projekte, die sich durch Innovation, hohen Kundennutzen und unternehmerische Umsetzung auszeichnen.

 

Dieses Jahr geht der mit Fr. 10'000.- dotierte Preis an das Institut für Kommunikationssysteme ICOM. Das HSR-Institut entwickelte für die Helbling & Co. AG in Jona ein elektronisch gesichertes Notfall-Zutrittssystem namens Sibox plus. Unterstützt wurde das Projekt von der Förderagentur für Innovation KTI des Bundes. Stiftungspräsident Dr. h.c. Thomas Schmidheiny übergab den Innovationspreis im Rahmen einer kleinen Feier, die am 20. Juni 2006 an der HSR stattfand. „Ich freue mich sehr, diesen Preis zu erhalten, da wir in dieses Projekt viel Herzblut investiert haben um es termin- und funktionsgerecht auf den Markt zu bringen“, erklärte Prof. Dr. Guido Schuster, Leiter des Projektes Sibox plus. Neben Schuster hat auch Projektingenieur Reto Ansorge massgeblich zum Erfolg des Projektes beigetragen.

 

Kürzere Reaktionszeit, weniger Missbrauch

Notfall-Zutrittssysteme stellen sicher, dass Notfalldienste wie die Polizei oder die Feuerwehr jederzeit in ein Gebäude gelangen. Möglich macht das eine so genannte Schlüsselbox: ein aufbruchsicheres, verschliessbares Stahlrohr, das in die Gebäudemauer eingelassen wird. Im Innern des Stahlrohrs liegt ein Gebäudeschlüssel. Im Ernstfall kann der Notfalldienst die Schlüsselbox öffnen, den Gebäudeschlüssel herausholen und sich so Zutritt zum Gebäude verschaffen. Bisher wurden diese Schlüsselboxen mechanisch gesichert, d.h. sie wurden mit einem Masterschlüssel verschlossen und geöffnet. Der Masterschlüssel musste an einer zentralen Stelle aufbewahrt und sein Einsatz überwacht werden, um einen Missbrauch zu verhindern.

 

Revolutionär an Sibox plus ist, dass sich die Schlüsselbox über einen elektronischen Code öffnen lässt und es keinen Masterschlüssel mehr braucht. Das hat zwei entscheidende Vorteile: Die Sicherheitsperson muss sich im Ernstfall nicht zuerst den Masterschlüssel besorgen. Sie erhält den Code elektronisch von der Einsatzzentrale des Notfalldienstes übermittelt. Dadurch wird die Reaktionszeit kürzer, die Sicherheitsperson ist schneller im Gebäude und grössere Schäden an Objekten können verhindert werden (z.B. bei einem Brand).

Zudem kann ein Missbrauch der Gebäudeschlüssel ausgeschlossen werden, weil sich die Schlüsselboxen nur noch unter Wahrung des Vier-Augen-Prinzips öffnen lassen. Weder die Zentrale des Notfalldienstes noch die Sicherheitsperson kann die Schlüsselbox alleine öffnen. Zudem kann jeder Code nur einmal von einer autorisierten Sicherheitsperson für eine bestimmte Schlüsselbox verwendet werden und auch das nur in einem bestimmten Zeitfenster.

 

Win-win-Situation für Forschung und KMU

Eine Zusammenarbeit, wie sie beim Projekt Sibox plus zwischen einem Institut der HSR und einem Unternehmen zustande kam, ist für beide Partner ein Gewinn: Die Entwickler erhalten die Möglichkeit, an realen Aufgabenstellungen ihres Fachgebietes zu forschen und praxistaugliche Lösungen für alltägliche Probleme zu entwickeln. Das macht das Forschen und Entwickeln spannend. Der Industriepartner profitiert vom Know-How und vom Netzwerk der Spezialisten. Er erhält kompetente Unterstützung bei der Realisierung seiner Produktideen. Die Helbling und Co. AG gelangte durch die Zusammenarbeit mit ICOM zu einem innovativen, marktfähigen Produkt. Ein Prototyp des Notfall-Zutrittssystems Sibox plus konnte bereits an der Messe „Sicherheit 2005“ präsentiert werden. In der Zwischenzeit sind bereits mehrere Bestellungen bei der Helbling & Co. AG eingegangen, und die Serienfertigung läuft.

 

Stiftung FUTUR:

Die Stiftung FUTUR zur Förderung von Jungunternehmen und Kulturschaffen unterstützt Jungunternehmer durch die kostenlose Überlassung von Arbeitsräumen in der Liegenschaft Herrenberg 35 in Rapperswil und der Begleitung durch einen erfahrenen Coach aus dem Stiftungsrat. Neben der jährlichen Ausschreibung des Innovationspreises an der HSR unterstützt FUTUR die Durchführung von Unternehmensgründungskursen. Bisher wurden acht Unternehmen aus der Förderung entlassen. Gegenwärtig befinden sich fünf Jungunternehmer im Herrenberg. Weitere Informationen unter: www.futur.ch

 

Innovationspreis-Jury:

- Dr. h.c. Thomas Schmidheiny, Präsident der Stiftung FUTUR

- Bruno Richle, Stiftungsrat FUTUR

- Dr. Dieter Spälti, Stiftungsrat FUTUR

- Erich Gebhardt, Stiftungsrat FUTUR

- Dr. Jürg Meili, Stiftungsrat FUTUR

- Prof. Peter Schneider, Geschäftsführer FUTUR

- Prof. Dr. Hermann Mettler, Stiftungsrat FUTUR und Rektor HSR Hochschule für Technik Rapperswil

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