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HSR-Institute forschen für Wirtschaft und öffentliche Hand

26.09.07 - Eine Forschungszusammenarbeit mit der HSR Hochschule für Technik Rapperswil verschafft den Partnern Zugang zu Expertenwissen, Infrastruktur und manchmal auch öffentlichen Fördergeldern. Wie das geht, wollten an der Innovationstagung vom 26. September 2007 an der HSR Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft und öffentlicher Hand wissen.

Die Teilnehmenden erfuhren anhand vier konkreter Projekte aus der Forschungspraxis der HSR, wie eine Zusammenarbeit mit einem der 17 Institute der anwendungsorientierten For­schung und Entwick­lung (aF&E) aussehen kann.

 

Hochwasserschutz für Brienz

Prof. Dr. Jürg Speerli, Leiter der Fachstelle Wasserbau am Institut für Bau und Umwelt IBU, präsen­tierte ein Hochwasserschutzprojekt. 2005 führten schwere Unwetter vielerorts zu Hochwasser. Der Glyssibach im Berner Oberland hatte oberhalb von Brienz einen Murgang ausgelöst, der grosse Schä­den anrichtete und zwei Menschen tötete. Jürg Speerli und sein Team entwarfen im Auftrag der Schwellenkorporation Brienz-Schwanden (für die Gewässer auf lokaler Ebene zuständiges Gremium) ein so genanntes Ausleitbauwerk. Bei Hochwasser leitet es Holz und Geröll sowie einen Teil des Was­sers auf eine Agrarfläche ab, so dass die Gemeinde Brienz künftig geschützt ist. Um die Grösse des Bauwerks und seinen optimalen Standort zu bestimmen, wurde der Murgang von 2005 in einem an der Fachstelle entwickelten, massstabgetreuen Modell simuliert. Das Projekt wurde in intensiver Zusam­menarbeit mit den projektierenden Ingenieuren und Fachspezialisten, der Auftraggeberin sowie den Vertretern der beiden Gemeinden, dem Kanton Bern sowie den zuständigen Bundesämtern realisiert.

 

Sport im Einklang mit der Natur

Prof. Dr. Margit Mönnecke, Leiterin des Instituts für Landschaft und Freiraum ILF, präsentierte das Projekt „Sportaktivitäten im Einklang mit Natur und Landschaft“, das gemeinsam mit der Academia Engiadina, der Eidgenössischen Hochschule für Sport Magglingen sowie dem Institut für Tourismuswirtschaft an der Hochschule für Wirtschaft Luzern durchgeführt wurde. Wandern, Schwimmen, Radfahren, Skifahren und Jogging führen die Hitliste der populärsten Sportarten an. Fast die Hälfte der Schweizer Bevölkerung ist mindestens einmal pro Woche im Wald, in den Bergen, auf Wegen/Straßen oder auf und in Gewässern sportlich unterwegs. Dies kann Natur und Landschaft stark belasten. Margit Mönnecke und ihr Forscher-Team entwickelten Hinweise, Empfehlungen und In­for­mationen für Sportler, die zur Lösung von Konflikten im Spannungsfeld Sport und Naturschutz beitra­gen. Entstanden ist die Toolbox Gute Lösungen bei Konflikten zwischen Sport und Natur“. Sie gibt einem breiten Publikum praktische Hinweise zu naturfreundlichem Verhalten beim Sport. Die Tool­box ist Teil des Internet-Informationssystems "Natursportinfo" (www.natursportinfo.de/ch) des Bundes­amtes für Naturschutz (Deutschland) und des Bundesamtes für Umwelt BAFU (Schweiz). Sie richtet sich an Personen, die beruflich oder ehrenamtlich in Konflikte zwischen Sport- und Natur­schutzinteressen involviert sind. Dies können Vertreter von Gemeinden, von Tourismusorganisatio­nen, von Sport- und Umweltverbänden oder von kantonalen Behörden sein.

 

Mensch und Roboter arbeiten Hand in Hand

Prof. Heinz Domeisen, Leiter des Instituts für Mechatronik und Automatisierungstechnik IMA, stellte ein Projekt vor, das im Auftrag eines Industrieunternehmens durchgeführt wurde. Eine der grossen Herausforderungen bei Montage- und Bearbeitungsaufgaben in der Industrie ist das automatische Greifen von Teilen, die beispielsweise in einer Kiste wild durcheinander liegen. Sie müssen mühsam vereinzelt und anschliessend von einem Handlingsystem oder Roboter gegriffen werden. Ausserdem muss für verschiedene Teile der Greifer gewechselt werden, wodurch zusätzliche Zeit für pick&place-Aufgaben verloren geht. Am IMA wurde in einem Projekt mit der Feller AG, Horgen, ein mechatroni­scher Greifer mit integrierter Sensorik entwickelt. Damit können verschiedene Teile aus Kisten ohne Umrüsten gegriffen und verarbeitet werden. Das patentierte Prinzip basiert auf einer beweglichen Stiftmatrix, die sich automatisch an die Lage der Teile anpassen kann. Die Teileerkennung und -loka­lisierung kann z.B. mittels Bildverarbeitung erfolgen.

 

Dekorative Bauteile aus Kunststoff

Zum Schluss erläuterte Prof. Dr. Frank Ehrig, Leiter des Instituts für Werkstofftechnik und Kunst­stoffverarbeitung IWK, das Hinterspritzen von Metallfolien. Diese Technologie erlaubt die Herstel­lung dekorativer Bauteile, welche die Eigenschaften der Metallfolie als Dekoroberfläche und den Kunststoff im Hintergrund als Funktionswerkstoff nutzt. Am IWK wird derzeit gleich an mehreren Projekten auf diesem Gebiet geforscht. Eines wird im Auftrag von Unternehmen der Region und mit finanzieller Unterstützung der KTI durchgeführt. Frank Ehrig stellte anhand einiger Beispiele ver­schiedene mögliche Formen der Zusammenarbeit mit dem IWK dar.

 

Ziel der regelmässig stattfindenden Innovationstagungen ist es, KMU über die Möglichkeiten einer Forschungszusammenarbeit mit der HSR Hochschule für Technik Rapperswil zu informieren, Berüh­rungsängste abzubauen und zur Umsetzung innovativer Ideen zu motivieren. Die Innovationstagungen werden durch die HSR Hochschule für Technik Rapperswil und das Technologie Zentrum Linth durchgeführt.

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