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HSR Praktikantenwanderung

11.06.04 - Was versteht ein Chinese aus Shanghai unter gutem Schuhwerk? Wie fühlt sich eine Gruppe Singapurer, wenn sie von übermütigen Rindern verfolgt werden? Womit löschen Süddeutsche ihren Durst? Ein Wochenende mit einer multinational zusammengewürfelten Wandergruppe bringt mit Sicherheit Überraschungen!

Anfang Juni, Samstagvormittag, Bahnhof Rapperswil: Eine Gruppe Studierender aus Singapur, China und Deutschland steht bereit für ein "Swiss Style Outdoor Weekend". Sie alle absolvieren ein Austausch-Praktikum an der HSR Hochschule für Technik Rapperswil und wollen sich die Gelegenheit für ein Wanderwochenende in der Region auf keinen Fall entgehen lassen. Hätten sie gewusst, worauf sie sich einlassen, hätten es sich einige wohl nochmals überlegt...

 

Begegnung der anderen Art

Beim Loslaufen in Rieden scheint sich die versprochene Wetterbesserung bemerkbar zu machen. Doch bereits nach einer halben Stunde zerstört eine Schauerfront alle Hoffnungen auf einen trockenen Samstag; zumindestens die Hoffnung auf „Trockenheit von oben“, denn Wege und Wiesen sind vom Regen der letzten Tage komplett durchnässt. Mit Wanderschuhen ist dies kein Problem, doch der Hinweis auf gutes Schuhwerk scheint nicht jedem klar gewesen zu sein. So verwandeln sich ein Paar blank polierte schwarze Ausgangsschuhe bei der ersten mit Kuhfladen gefüllten Pfütze in braune "Wanderschuhe". Fragen nach dem Wohlbefinden der Füsse werden mit "no problem, no problem" beantwortet. Kein einziges Mal während zwei Tagen hört man Jammern oder Klagen. Irgendwie geht's immer! Bei der ersten Begegnung mit einer Rinderherde zeigen beide Seiten grosse Neugierde: auf der einen Seite mit dem elektronischen Klicken der Digitalkameras, auf der anderen Seite mit etwas urchigeren Lauten, alles vorläufig noch getrennt durch einen Elektrozaun. Beim Überqueren der Weide wird's dann dem einen oder anderen Asiaten doch etwas mulmig zumute, plötzlich von tonnenweise übermütiger Rinder umgeben zu sein. Der Bilderbuch-Älpler mit seinen Hunden versetzt sie vollends in Entzücken und lässt sie für eine Weile den niederprasselnden Regen vergessen. Eine Stunde später in der warmen Stube der Bogmen ist die Anstrengung des Aufstiegs sowie die Freude über die Wärme in den Gesichtern unübersehbar.

 

Heuduft und Schweizer Militärdecken

Bier, Älplermakronen, Bogmen-Kaffees, Kartenspiel, Diskussionen und viel Lachen bereitet die Teilnehmer auf die Nacht im Stall vor, der nach Heu duftet. Mit den Schweizer Militär-Wolldecken können sie sich genau so wenig anfreunden wie mit den etwas frischen Temperaturen. Dafür wirken nach einer solchen Nacht ein bisschen Morgensonne und ein reichhaltiger Zmorge umso grössere Wunder.

Der kurze Aufstieg auf den Chüemettler, den Voraussetzungen angepasst von Süden anstatt direkt, wird für einige Praktikanten zur Herausforderung bezüglich Balance und Kondition. Ob die Aussicht über die Linthebene bis Rapperswil die Mühen genügend entschädigen kann, ist schwierig zu sagen, sicher aber die Vorfreude darauf, zu Hause stolz das Foto von sich und dem Gipfelkreuz zeigen zu können. Im Abstieg durch die Schneefelder von Bütz offenbaren sich die Unterschiede in Trittsicherheit und Kondition am Deutlichsten. Einige finden sofort Gefallen am Spiel mit dieser für sie ungewohnten Form von Wasser, für andere ist jeder Schritt mit Überwindung verbunden und sie sind froh, auf dem Marsch zurück nach Rieden wieder einen richtigen Weg unter den Füssen zu haben. Ob es nur noch ein Fuss vor Fuss setzen oder ein genussvolles Wandern ist, lässt sich beim lautstarken Lachen und Spassen schwer sagen. Während dem Warten auf das Postauto machen auf jeden Fall alle einen zufriedenen Eindruck, sei es beim Kartenspiel, einem Nickerchen oder dem grosszügigen Löschen des Durstes mit süddeutscher Spätlese. Am Abend beim gemeinsamen Grillieren sind sich alle einig: Dieses Wochenende mit all seinen erstmaligen Erfahrungen wird allen in Erinnerung bleiben, zumindest so lang, bis die diversen Muskelkater abgeklungen sind...

 

Weitere Auskünfte:
Matthias Kläy, Assistent Technologietransfer, Abt. Elektrotechnik, HSR Hochschule für
Technik Rapperswil
Telefon 055 222 46 81, Telefax 055 222 44 00, E-Mail: matthias.klaey(at)hsr.ch 

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