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IMLA: Landschaftsarchitekten aus Europa projektieren in Binntal und Limmattal

10.10.07 - Im Binntal ist ein Landschaftspark geplant, in der Agglomerationslandschaft des Limmattals sollen mehr öffentliche Freiräume geschaffen werden. Studierende des International Master of Landscape Architecture IMLA aus Finnland, Italien, der Türkei, Kroatien und Deutschland haben an der HSR Hochschule für Technik Rapperswil Ideen und Vorschläge zu diesen Projekten entwickelt.

Seit 2006 bietet die HSR zusammen mit zwei deutschen Partnerhochschulen ein viersemestriges Vollzeit-Masterstudium im Bereich Landschaftsarchitektur an: den International Master of Landscape Architecture IMLA. Im Rahmen des Studiums werden europaweit Projekte mit teil­weise grenzüberschreitenden Fragestellungen bearbeitet.

 

Damit die Studierenden verschiedene Planungskulturen kennen lernen, absolvieren sie ihr Stu­dium an unterschiedlichen Standorten in Deutschland und der Schweiz. Das Sommersemester 2007 fand an der HSR Hochschule für Technik Rapperswil statt. Die insgesamt 17 Studierenden haben ihre Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern und Kulturräumen in zwei Schweizer Projekte eingebracht und sich mit der schweizerischen Planungskultur und deren Rahmenbe­din­gungen auseinandergesetzt.

 

Projekt Limmattal: dem Landschaftsverlust begegnen

Das Limmattal stellt mit seinem zerstückelten Siedlungsraum ein typisches Beispiel einer Zürcher Agglomeration dar. Immer mehr freie Flächen gehen durch wachsende Industrie- und Siedlungs­gebiete verloren. Der Bevölkerung steht damit immer weniger öffentlicher Raum in Form von Wiesen, Plätzen, Parks etc. zur Verfügung. Öffentlicher Raum ist in der Schweiz jedoch ein wichtiger Faktor für eine hohe Wohn- und Lebensqualität. Gut konzi­pierte öffentliche Räume sprechen unterschiedliche Benutzergruppen an und integrieren ver­schiedene Bevölkerungs­schichten.

 

Acht Studierende haben für das Projekt Limmattal innovative Vorschläge im Bereich Freiraum­planung und Freiraumentwurf entwickelt, so z.B. Ideen für eine Verknüpfung von Landwirt­schaft, Energiegewinnung und Freiraumentwurf durch den gestalterisch durchdachten Einsatz von Ener­giepflanzen oder die Transformation der Agrar- in eine Erholungslandschaft. Das Projekt wurde von Seminaren und Vorlesungen begleitet, die verschiedene Aspekte des Pla­nungsprozes­ses beleuchteten, wie zum Beispiel internationale Planungs- und Entwurfsstile. Be­reits von Be­ginn an wurden lokale Experten und Vertreter der Gemeinden vor Ort in die Diskus­sionen einbe­zogen.

 

Die Studierenden wurden ein­geladen, ihre Arbeiten den Entscheidungsträgern in Geroldswil zu präsentieren. Mit den Vertretern der begleitenden Gemeinden und den anwesenden Fachex­perten entwickelte sich eine lebhafte Diskussion. Die Vorschläge und Ideen wurden nochmals unter ver­schiedenen Gesichtspunkten und im Kontext der aktuellen Planungssituation der Gemeinde dis­kutiert. Es wurde anerkennend bemerkt, dass die Beobachtung des Arbeitsprozesses und dessen Resultate dazu beigetragen hätten, den Horizont der örtlichen Planer und Entscheidungsträger zu erweitern.

 

Projekt Landschaftspark Binntal: Natur, Kultur und Wirtschaft vernetzen

Im zweiten Projekt haben sich neun Studierende mit der Natur- und Kulturlandschaftsentwick­lung sowie dem naturnahen Tourismus in der Region Binntal auseinandergesetzt. Zudem wurden die Probleme einer alpinen Landschaft, wie beispielsweise die Abwanderung der Bevöl­kerung, diskutiert.

 

Auf dem Gebiet der Walliser Gemeinden Binn, Ernen und Grengiols soll ein regionaler Naturpark entstehen. Gemeinden, Unternehmen und Privatpersonen sind an dem Projekt beteiligt. Der «Landschaftspark Binntal» will die wertvolle Natur- und Kulturlandschaft bewahren und aufwer­ten, sowie darüber hinaus Natur, Kultur und Wirtschaft im Parkgebiet nachhaltig vernetzen und die regionale Wirtschaft fördern. Ortsbilder wie auch Infrastrukturanlagen werden als Teile der Landschaft betrachtet und sollen im Sinne des Natur- und Heimatschutzgesetzes nachhaltig ent­wickelt und gestaltet werden. In der Projektarbeit, die sowohl planerische wie auch gestalterische Fähigkeiten forderte, entwickelten die Studierenden innovative Ansätze, um eine tragfähige Iden­tität für die Region Binntal zu schaffen, so etwa durch die Revitalisierung eines historischen Weilers oder die Aufwertung der Campingmöglichkeiten im Sinne des naturnahen Tourismus.

 

Amadé Zenzünen, Geschäftsleiter des Lanschaftsparks Binntal, schätzt die Arbeit der Studieren­den: „Das Treffen mit den Professoren und Studierenden war sehr fruchtbar. Die internationale und multikulturelle Zu­sam­mensetzung brachte einen „Hauch von Europa“ ins Binntal. Der Blick von Aussen auf das Projekt, auf Natur und Landschaft, Kultur und Gesellschaft eines Bergtals brachte neue Sichtweisen ins Spiel. Die Projektarbeiten sind in der Regel zwar nicht eins zu eins umsetzbar, bieten jedoch vielfältige Ansatzpunkte für die Vertiefung und konkrete Umsetzung. Für den Landschaftspark Binntal war diese Zusammenarbeit zweifellos ein Gewinn.“

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