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Rapperswiler Tag 2008

16.05.08 - Wie wohnt man «gut»? Wie steht es um die Wohnqualität der Schweizer Städte? Und welche Antworten hat die Freiraumplanung auf den demografischen Wandel? Solche und ähnliche Fragen standen am diesjährigen Rapperswiler Tag zum Thema «Wohnen!» im Zentrum.

Jedes Jahr treffen sich an der HSR Hochschule für Technik Rapperswil Fachleute verschiedener Disziplinen, um ein aktuelles Thema aus der Landschaftsarchitektur zu diskutieren. Am heutigen «Rapperswiler Tag» drehten sich die zahlreichen Referate ums «Wohnen». Beleuchtet wurden dabei nicht nur landschaftsarchitektonische, sondern auch historische, städtebauliche, gestalterische, soziologische und wirtschaftliche Gesichtspunkte.

 

Wohnen: ein Dauerthema

«Wohnen» ist etwas ganz Alltägliches: jede und jeder wohnt. Und wie immer wenn’s ums Alltägliche geht, sind die Hintergründe und Effekte alles andere als banal. Auf individueller Ebene ist Wohnen ein Ausdruck einer bestimmten Lebensweise, eines Lifestyles, oder zeigt schlicht die soziale Position in einer Gesellschaft an. Wohnen bedeutet nicht nur äussere, sondern auch innere Lebensqualität. Augenfällig werden die Wirkungen auf einer kollektiven Ebene: In den Agglomerationen entsteht ein so genannter «Siedlungsbrei», ein Raum, der zwar nicht zur Stadt gehört, aber von der Siedlungsdynamik der Zentren und der guten Verkehrserschliessung profitiert. Mit dem Anwachsen der Agglomerationen wird die räumliche Trennung von Wohnen, Arbeiten und Freizeitaktivitäten verstärkt. Ebenso die soziale Entmischung.

In diversen grösseren Städten in der Schweiz sind deshalb Wohnprogramme zur Schaffung von Wohnraum gestartet worden. Zürich hat sich beispielsweise den Bau von 10'000 Wohnungen in zehn Jahren vorgenommen. In diesem Rahmen sind in den letzten Jahren zahlreiche Wohnüberbauungen entstanden.

 

«Gutes Wohnen»

In verschiedenen Kurzreferaten standen solche «guten» Überbauungen im Zentrum. Der Jugendkoordinator Daniele de Min stellte beispielsweise die Siedlung Telli in Aarau vor. Die schleichende soziale Entmischung sowie allgemeine Klagen über mangelnde Wohnqualität machten dem Quartier zu schaffen. Die Lebens- und Wohnqualität konnte schliesslich mit verschiedenen Massnahmen verbessert werden, beispielsweise mit der Einrichtung eines Jugendtreffs, mit Informationsveranstaltungen zu gesundem Wohnen oder durch die partizipative Umgestaltung eines Teilstücks des Sengelbachs. 

 

Zurück in die Stadt?

Den zweiten Teil des Tages bildeten längere Referate zu verschiedenen Aspekten rund ums Thema «Wohnen». Die deutsche Landschaftsarchitektin Johanna Spalink-Sievers zeigte beispielsweise auf, wie landschaftsarchitektonische Antworten auf den demografischen Wandel aussehen könnten.

Patrick Rérat, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Geographischen Institut der Universität Neuenburg, stellte das Nationalfonds-Projekt «Back to the City?» vor. Das Forschungsvorhaben untersucht die Entwicklung der Bevölkerung in 25 Schweizer Städten und liefert interessante Resultate: Der Einwohnerverlust in den Schweizer Städten hat sich tendenziell abgeschwächt, einige Städte erleben gar einen Bevölkerungszuwachs. Hauptgrund dafür ist die internationale Migration. Aber auch junge Erwachsene kommen vermehrt wieder in die Stadt. Und in Zürich lässt sich beobachten, dass die Stadt wieder attraktiver für sozial höhere Schichten geworden zu sein scheint. Diese Resultate können für nachhaltige Stadtentwicklungsprojekte in Zukunft wegweisend sein. Gerade dann, wenn es darum geht, der schleichenden Zersiedelung entgegenzuwirken und die Städte zu verdichten.   

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