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Swiss PLM-Forum 2008 an der HSR

13.11.08 - Am Donnerstag, 13. November 2008, fand an der HSR Hochschule für Technik Rapperswil das zweite «Swiss PLM-Forum» statt. Rund 110 Besucherinnen und Besucher erfuhren an der Fachveranstaltung von Experten, welche Chancen und Risiken das Product Lifecycle Management für KMU bedeutet. Daneben präsentierten an einer Fachausstellung rund dreissig Systemlieferanten und Dienstleister ihre Angebote.

Eine der wesentlichen Herausforderungen für Industrieunternehmen ist die Beherrschung der Produkt- und Prozesskomplexität. Von zentraler Bedeutung dabei ist, dass alle relevanten Produkt-Daten stets verfügbar sind  – und zwar von der Entwicklung bis zum Vertrieb. In diesem Zusammenhang kommt das Product Lifecycle Management (PLM, siehe Kasten) zum Zug: Abläufe können effizienter gestaltet und Kosten gespart werden. In immer mehr Unternehmen werden deshalb PLM-Systeme eingesetzt – nicht mehr nur in grossen Konzernen, sondern immer häufiger auch in KMU. Im Zentrum der Fachtagung standen deshalb die Chancen und Risiken, welche PLM-Systeme bzw. PLM-Projekte speziell für KMU bedeuten. Experten aus Forschung und Wirtschaft stellten ihre Erfahrungen und Kenntnisse in PLM einem breiten Publikum von Entscheidungsträgern in KMU, PLM-Anwendern und PLM-Interessierten vor.

 

Die Prozesskomplexität beherrschen

Jürgen Klaiber, Projektleiter und Prozessverantwortlicher in der Produktentwicklung bei Sulzer Pumpen in Winterthur, schilderte seine Erfahrungen aus der Praxis. Um die Leistungsfähigkeit zu verbessern und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, führt Sulzer Pumpen weltweit ein Lifecycle Management System ein. Teile davon bilden ein System zur Unterstützung der Produktentwicklungsprozesse und Verwaltung der Produktdaten.

Nachdem Dr. Felix Nyffengger, Senior Consultant des ETH-Spin-offs Intelliact AG, in seinem Referat auf die IT-Unterstützung im Innovationsmanagement eingegangen war, verschaffte Markus Gasser, Head of IT bei der MOWAG GmbH in Kreuzlingen, dem Publikum einen Einblick in den Product Lifecycle eines Produktes bei der in der Rüstungsindustrie tätigen Firma.

 

Individuelle PLM-Systeme sind gefordert

Schliesslich schilderte Prof. Dr. Ralph Stelzer, Inhaber des Lehrstuhls für Konstruktionstechnik und CAD an der Technischen Universität Dresden und Sprecher des Zentrums für virtuellen Maschinenbau, Erfahrungen und Risiken bei der Einführung von PLM-Lösungen.

An PLM führe mittlerweile auch für KMU kein Weg mehr vorbei, konstatierte er. «Aktuelle Anforderungen an die Produktentwicklung, moderne Entwicklungswerkzeuge und nicht zuletzt auch die Rahmenbedingungen bei Kooperationen erfordern die Einführung derartiger Systeme». Wichtig sei aber, dass es  „die PLM-Applikation“ schlechthin nicht gäbe, auch wenn die Namen so mancher Software dies suggerierten. «Gefordert sind individuell geeignete Organisationslösungen, unterstützt von einem leistungsfähigen IT-Ansatz».

 

Premiere für Stammdatenmanagement-Forum

Das Swiss PLM-Forum wurde von der Interessengemeinschaft PLM Schweiz organisiert. Als Novum fand zudem unmittelbar vor dem PLM-Forum eine Fachveranstaltung zu Stammdatenmanagement statt. Prof. Alex Simeon, Vorsitzender der IG und Leiter des Instituts für Produktdesign, Entwicklung und Konstruktion IPEK der HSR, zeigte sich erfreut über die Resonanz der beiden Veranstaltungen. So auch über die zum PLM-Forum gehörende Ausstellung, an der gut 30 Anbieter aus der PLM-Branche ihre Produkte präsentierten. Alex Simeon wies zudem darauf hin, dass als Folge des letztjährigen Forums dieses Jahr an der HSR zum ersten Mal Workshops zu aktuellen PLM-Themen durchgeführt wurden. «Die insgesamt sechs Kurse stiessen auf grosses Interesse», so Simeon. Nicht nur die Tagung, auch die Workshops werden deshalb im nächsten Jahr wieder stattfinden.

 

Product Lifecycle Management

Ein Product Lifecycle Management-System speichert und verwaltet alle Daten, die bei der Entwicklung, externen Beschaffung, internen Fertigung, Montage sowie beim Verkauf, Vertrieb und Service eines Produktes anfallen. Im Idealfall stehen diese Daten allen Mitarbeitenden innerhalb und ausserhalb des Unternehmens zur Verfügung. Durch PLM lassen sich Abläufe visualisieren, optimieren, überwachen und daher kosteneffizienter gestalten. Es sind verschiedenste PLM/PDM-Systeme im Handel. Aufgrund der Individualität von Unternehmensprozessen müssen sie jedoch immer angepasst werden. Teilweise sind auch organisatorische Anpassungen an Geschäftsprozessen nötig.

 

Interessengemeinschaft PLM Schweiz (IG-PLM CH)

In der IG-PLM CH arbeiten Vertreter von Forschung und Wirtschaft zusammen. Beteiligt sind das HSR-Institut IPEK, die Inspire AG der ETH Zürich, die Marenco AG, die Cad-OasEs Int. GmbH, die Prion Schweiz AG und die Intelliact AG. Der Anlass wird durch das Konsortium WTT CHOst des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie (BBT) unterstützt.

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