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Visionen im Realitätstest: Siegerteams prüfen Umsetzbarkeit ihrer Ideen

26.09.07 - Die beiden Siegerteams des nationalen Raumplanungswettbewerbs „Jugend gestaltet Lebensraum“ nehmen am 26. und 27. September 2007 an einem Workshop an der HSR Hochschule für Technik Rapperswil teil. Gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Politik und Raumplanung prüfen sie die Realisierbarkeit ihrer Projekte und entwickeln erste Ideen für deren Umsetzung.

Von der Preisverleihung direkt in die Schublade? Nicht bei «Jugend gestaltet Lebensraum»: Von Beginn an war es erklärtes Ziel der Organisatoren, die raumplanerischen Ideen, die mehr als 1000 Jugendliche aus der ganzen Schweiz anlässlich des Wettbewerbs erarbeiteten, lokalen Entscheidungsträgern zugänglich zu machen. Für die beiden Siegerteams des Wettbewerbs aus der Romandie und dem Tessin findet deshalb am 26. und 27. September 2007 ein Workshop an der HSR statt, an dem auch Entscheidungsträger aus den Herkunftsregionen der Schülerinnen und Schüler teilnehmen.

 

Aus der Westschweiz sind Antoine Wasserfallen, Gemeinderat in Moudon und Alain Renaud, Kantonsplaner des Kantons Waadt nach Rapperswil gekommen. Sie waren besonders gespannt darauf, mit den Schülerinnen und Schülern des Gymnase intercantonal de la Broye zu diskutieren. Die Jugendlichen haben ein Konzept entwickelt, wie ein altes, heute leer stehendes Marktgebäude im Zentrum von Moudon in eine lebendige und offene kulturelle Begegnungsstätte verwandelt werden könnte (siehe Kasten).

 

Aus dem Tessin sind Angelo Rossi, ehemaliger Wirtschaftsprofessor an der ETH Zürich und emeritierter Direktor der SUPSI sowie Moreno Celio, Leiter des Raumplanungsamtes des Kantons Tessin, an die HSR gereist. Letzterer war auch als Jurymitglied an der Beurteilung der eingereichten Arbeiten beteiligt. Das Siegerteam aus Castione TI hat verschiedene Vorschläge erarbeitet, um Castione wieder attraktiver zu gestalten. Es schlägt beispielsweise nachhaltige touristische Angebote sowie ein neues Jugendzentrum vor (siehe Kasten). Ein überdurchschnittliches Verkehrs- und Siedlungswachstum hatten der Lebensqualität in der Gemeinde geschadet. „Es lohnt sich, diese Vorschläge im Rahmen des Gemeinde-Fusionsprogramms zu betrachten, das derzeit in der Region um Bellinzona aktuell ist. Gewisse Teile des Projektes können von Bedeutung sein und sollten gefördert werden“, erklärte Celio während des Workshops.

 

Moderiert und begleitet wird der Workshop von einem Team unter der Leitung von Rosmarie Müller-Hotz, Professorin für Architektur und Städtebau an der HSR. Rosmarie Müller-Hotz doziert im Studiengang Raumplanung, der schweizweit nur an der HSR absolviert werden kann.

Mit diesem Workshop nimmt der Wettbewerb «Jugend gestaltet Lebensraum» für die Teilnehmenden ein vorläufiges Ende. Über ein Jahr haben sie sich mit ihren Projekten auseinander gesetzt. Seinen Höhepunkt erreichte der Wettbewerb am 24. Mai 2007, als die Preisverleihung im voll besetzten Bundeshaussaal in Bern stattfand. Nationalrätin Pascale Bruderer und Swiss Life - CEO Rolf Dörig kürten im Beisein von illustren Gästen wie Bundeskanzlerin Annemarie Huber-Hotz, Nationalrätin Barbara Marty Kälin oder Pro Helvetia-Direktor Pius Knüsel die beiden Sieger.  „Für uns war der Wettbewerb eine spannende und lehrreiche Zeit!“ sagt Marie-Eve Guillod, 16, vom gymnase intercantonal de la broye, und fügt an: „Umso schöner ist es für uns, die Gelegenheit zu bekommen, unsere Projektidee zusammen mit Fachleuten zu vertiefen.“

«Jugend gestaltet Lebensraum» - Der Wettbewerb

Schon während der Wettbewerbsphase war klar, dass «Jugend gestaltet Lebensraum» ein voller Erfolg werden würde: Nach Ablauf des Einsendeschlusses im Oktober 2006 waren 150 Anmeldungen aus 19 Kantonen eingegangen. Die angemeldeten Jugendgruppen und Schulklassen kamen sowohl aus Städten als auch aus ländlichen Regionen, die Gruppen waren unterschiedlich gross und setzten sich aus den verschiedensten Alters- und Ausbildungsstufen zusammen. «Jugend gestaltet Lebensraum» ermöglichte den Jugendlichen, die räumlichen und gesellschaftsrelevanten Probleme ihrer Umgebung zu analysieren und raumplanerische Visionen zu entwickeln. Mit dem Wettbewerb wollte die HSR die Impulse der Schweizer Jugend zur Steigerung der Lebensqualität aufnehmen und der Öffentlichkeit zugänglich machen. Die bis Ende Februar 2007 eingereichten Projektarbeiten wurden zweistufig bewertet: Zunächst wurden die «150 Ideen für die Schweiz» von den beiden regionalen Jurys begutachtet. Die auf regionaler Ebene Nominierten erhielten zusätzlich die Möglichkeit, an der nationalen Jurierung teilzunehmen. Jede der 14 nominierten Klassen erhielt einen speziell für sie organisierten Tagesevent. Alle Teilnehmenden erhielten zudem ein 2-Tages-GA. Die Events lieferten Einblicke in verschiedenste Lebensbereiche. So besichtigten zwei Klassen die NEAT-Baustelle in Sedrun, eine andere Klasse erhielt Einblicke hinter die Kulissen des Zürcher Opernhauses, wiederum eine andere darf an einer Sessions-Sitzung im Bundeshaus teilnehmen.

Jugend gestaltet Lebensraum - Die Siegerprojekte

Scuola Media Castione, 1. Preis in der Kategorie 12 - 15 Jahre:

Mappa di comunità

Die Gemeinden Arbedo, Castione, Claro, Gnosca, Gorduno und Lumino nördlich von Bellinzona wiesen in den letzten Jahren ein überdurchschnittliches Siedlungs- und Verkehrswachstum auf. Grünflächen gingen verloren, Begegnungsräume für Jugendliche fehlen und Vandalismus-Delikte nehmen zu. Die Preisträger schufen mit ihrer „Mappa di comunità“ ein Gegengewicht und zeigen auf, wie sie mit nachhaltigen touristischen Angeboten, grünen Zonen, einem umweltfreundlichen Verkehrssystem und einem Jugendtreff im neuen Bahnhof von Castione ihren Lebensraum aufwerten wollen.

Gymnase intercantonal de la Broye, 1. Preis in der Kategorie 16 - 20 Jahre:

Marktplatz der Kulturen - Umnutzung eines alten Marktes im Zentrum von Moudon
Der einstige Mittelpunkt des Dorfes Moudon, der Place de la Grenette, war früher Treffpunkt, Kommunikationsort und Handelsplatz. Heute ist der "Markt" inmitten der Gemeinde ein leerer und unheimlicher Ort. Ausgehend von einer Analyse der Bevölkerungsstruktur und der konkreten raumplaneri-schen Situation im Dorfkern, machten die Jugendlichen die Integration unterschiedlicher Kulturen zu ihrer Vision. Sie liessen einen „Marktplatz der Kulturen“ entstehen. Nach einer sanften Renovation und unter dem Dach einer neuen Glaskuppel belebten die jungen Projektverfasser das Marktgebäude mit einer Bibliothek, einer grünen Zone, die zum Innehalten einlädt, einem Filmsaal sowie einem Café. Mitten im Zentrum von Moudon schufen sie einen ungezwungenen Begegnungsort.

(Bildlegende): Antoine Wasserfallen, Gemeinderat von Moudon, mit den nationalen Preisträgern Alterskategorie 16-20 vom gymnase intercantonal de la broye.

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