News Archiv Detail

Alle Einträge anzeigen

„Die Schweiz bräuchte 3 Erden“: Vortrag von Graeme Maxton vom Club of Rome an der HSR

09.05.17 - Für den Generalsekretär des Club of Rome Graeme Maxton ist der Klimawandel kein Problem. In seinem gut besuchten Vortrag an der HSR erklärte er, warum er den Klimawandel vielmehr als Symptom eines grundlegend falschen Systems sieht. Und welche Lösung für das Klimaproblem bereits auf dem Tisch liegt – und darauf wartet, umgesetzt zu werden.

1972 prognostizierte der Club of Rome den Kollaps. Der interdisziplinäre Zusammenschluss von Wissenschaftlern veröffentlichte Die Grenzen des Wachstums. Die Studie sagte vorher, was passieren wird, wenn sich nichts änderts: Wenn die Bevölkerung weiter wächst, wir natürliche Rohstoffe weiterhin ausbeuten, die Industrialisierung weiter vorantreiben und die Umwelt weiter verschmutzen wie bisher. Dann wären die Wachstumsgrenzen der Erde innerhalb der nächsten 100 Jahre erreicht.

Die Erde plus 2°C

„Heute sehen wir, dass die Vorhersage von damals fast ganz genau zutrifft“ beginnt Graeme Maxton seinen Vortrag. Der heutige menschliche ökologische Fussabdruck entspricht der pessimistischen Annahmen der Studie. In der Schweiz lebten wir demnach, als hätten wir 3 Erden. Den Grund dafür sieht Maxton im Streben nach Wachstum und in der grundlegend falschen Prämisse unseres globalen Wirtschaftssystems. „Wir glauben fest daran, dass Wachstum Jobs schafft, Ungleichverteilung verringert, Armut reduziert –  doch das ist falsch. Trotz anhaltendem Wirtschaftswachstums steigt die Arbeitslosigkeit, die Ungleichheit und die Armut.“

Maxtons düsteres Fazit: Wenn wir weitermachen wie bisher, wird unsere Erde unvermeidbar innerhalb der nächsten 20 Jahre um 2°C wärmer werden. „2 Grad, das klingt vielleicht für uns nicht so schlimm – ist es aber für die Eiskappen, die schmelzen werden.“ Ein Anstieg des Meeresspiegels und die Zunahme von Überflutungen, Erdbeben, Tsunamis und Dürre sind die Folgen für die Menschen, die zu weitreichenden Entwicklungen und Instabilität führen werden. „Der Syrien-Konflikt ist bereits eine Folge des Klimawandels: Eine 8-jährige Dürre liess die Menschen in die Städte ziehen und erhöhte dort die gesellschaftlichen Spannungen.“

Leben wie in den 70ern

„Wir dürfen nicht auf neue Technologien und Innovationen warten – wir haben die Lösung bereits“ meint Graeme Maxton. Er schlägt einen radikalen Systemumsturz vor: Arbeitszeit verkürzen, Einkommen umverteilen, Konsum und Geburten reduzieren, Grundeinkommen für alle, die es brauchen – das sind für ihn die unkonventionellen Ansätze, mit denen der Klimawandel langfristig gestoppt werden kann.
Warum werden sie nicht umgesetzt? „Die, die verlieren würden, sind die reichsten und mächtigsten Bürger – die oberen 1 Prozent“ meint Maxton. Zugleich sei es auch höchst unwahrscheinlich, dass Politiker den Klimawandel aufhalten werden. Maxton hinterfragt die Konsumgesellschaft grundlegend: „Wir müssen nicht leben wie in der Steinzeit, aber ungefähr so wie in den 70er Jahren.“ Wirtschaft und Politik werden den Wandel nicht herbeiführen, doch die Gesellschaft wäre dazu in der Lage, schliesst Maxton seinen Vortrag: „Kaufen wir weniger Smartphones, dann kollabiert das System von selbst.“

IAAM Scientist Medal für HSR Institut

Das IWK Institut für Werkstofftechnik und...

Noch keine Unterkunft?

Melden Sie sich jetzt für ein Zimmer in einem unserer...

Im Fokus: Die HSR gestaltet den Münsterhof an den Festspielen Zürich mit

01.05.18 - Unter dem diesjährigen Festspielthema «Schönheit / Wahnsinn»...