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Einmaliger Fund im Archiv für Schweizer Landschaftsarchitektur an der HSR

03.10.16 - Im Archiv für Schweizer Landschaftsarchitektur an der Hochschule für Technik in Rapperswil sind rund 320 Pläne und Skizzen des weltbekannten deutschen Landschaftsarchitekten Leberecht Migge (1881 – 1935) gefunden worden. Sie waren in einem anderen Nachlass verborgen. Der Fund ist für die Forschung zur Gartengeschichte eine Sensation, weil er die Arbeitsweise des Gartenreformers Migge erstmals in Originalen dokumentiert.

Sein Werk war bisher nur aus kleinen Abbildungen in Zeitschriften und Büchern der 1910er bis 1930er Jahre bekannt. Denn als Migge 1935 an einem Krebsleiden gestorben war, löste seine Familie das Büro auf und vernichtete den gesamten Nachlass. Das nun gefundene Konvolut war verborgen im Nachlass des Zürcher Gartenarchitekten Walter Leder (1892 – 1985), der von 1918 bis 1920 bei Migge in Hamburg gearbeitet hatte. Als Migge 1920 sein Büro in Hamburg auflöste, kehrte Leder in die Schweiz zurück und nahm Migges Pläne mit. Sein Nachlass blieb im Besitz der Familie Leder, die ihn dem Archiv für Schweizer Landschaftsarchitektur übergab.

Unbekannte Pläne im Original

Die Sammlung enthält Originalskizzen und -pläne zu allen Schaffensbereichen Migges und zu allen Techniken, mit denen damals gearbeitet wurde. Bedeutend sind vor allem die Pläne zu bisher völlig unbekannten Projekten mit vielen einzelnen Detail- und Pflanzplänen. Viele Blätter zeigen Anlagen, die im zweiten Weltkrieg völlig zerstört wurden. Auch zu einigen bekannten Projekten enthält das Konvolut bisher nicht publizierte Pläne und Skizzen. Manche zeigen neue Inhalte zu noch existierenden Anlagen, wie zum Beispiel Konstruktionspläne zum Mariannenpark in Leipzig oder Bepflanzungspläne zum Stadtpark von Rüstringen.

Erforschung des Fundes

Zurzeit werden die Pläne von Leberecht Migge restauriert und am Institut für Landschaft und Freiraum der HSR in Rapperswil wissenschaftlich aufgearbeitet. Im Herbst 2017 ist eine erste Tagung geplant, bei der die neuen Forschungserkenntnisse zum Fund und die Beziehung von Migge zur Schweiz veröffentlicht und diskutiert werden. Nach der ersten wissenschaftlichen Sichtung wird der gesamte Bestand digitalisiert und im Netz für die internationale Forschung Ende 2017 zugänglich gemacht. Eine zweiteilige Publikation im Birkhäuser Verlag wird den Sensationsfund und die Forschung dazu dokumentieren.

 

Besitzerin aller Pläne im Schweizer Archiv für Landschaftsarchitektur ist die gemeinnützige Stiftung für Schweizer Landschaftsarchitektur SLA. Gemeinsam mit der HSR Hochschule für Technik Rapperswil ist sie Trägerin des Archivs. Das Archiv sammelt die Nachlässe der wichtigsten Schweizer Landschaftsarchitekten und weist heute einen Bestand von rund 100‘000 Archivalien auf, die einen Zeitraum von 1860 bis 1980 abdecken. Es ist die wichtigste Quelle für die praktische Gartendenkmalpflege in der Schweiz und sie dient der Forschung und Lehre an der HSR in Rapperswil. Weltweit ist diese Sammlung einzigartig, weil sie die gesamte Geschichte der Schweizer Gartenarchitektur über einen Zeitraum von mehr als hundert Jahren anhand von Originaldokumenten aufzeigen kann.

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