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200 Besucherinnen und Besucher an der Digitalisierungskonferenz

18.09.18 - Aktuelle Anwendungs-Beispiele aus Wirtschaft und Industrie dominierten die 3. Digitalisierungskonferenz an der HSR. Ein Fazit: Veränderungen passieren heute weitreichend, branchenübergreifend, schnell. Und: Es lohnt sich, Trends frühzeitig auf den Nutzen für das eigene Unternehmen hin zu untersuchen.

Das Buzzword Digitalisierung wirkt nach jahrelangem Hype abgenutzt, die Auswirkungen hinter dem Wort werden jedoch immer sichtbarer. Praktische Beispiele dafür lieferten am 4. September rund 15 Referentinnen und Referenten aus Wirtschaft und Industrie vor rund 200 Besucherinnen und Besuchern aus Wissenschaft, Industrie, Wirtschaft und Politik.

Neue Geschäftsfelder dank Digitalisierung

An der Digitalisierungskonferenz der HSR gaben regionale Unternehmen und internationale Grosskonzerne Einblicke in ihre Digitalisierungsprojekte. So sind laut Thomas Werren von der Schindler Aufzüge AG derzeit zwar erst 15 Prozent aller Aufzüge und Rolltreppen via IoT-Prinzip (Internet of Things) vernetzt. Doch das Unternehmen arbeitet bereits daran, sich als Dienstleister sehr viel tiefer in die «Ökosysteme» rund um die verbauten Aufzüge und Rolltreppen zu integrieren und so neue Geschäftsfelder zu erschliessen. «Wir haben uns bisher vor allem um die Käufer und Betreiber unserer Produkte gekümmert und nicht um die Menschen, die unsere Produkte jeden Tag milliardenfach benutzen», so Werren. Intelligente Infoscreens mit Informationen zur Umgebung an Aufzugtüren? Am Zürcher HB bereits umgesetzt. Gratis-Rolltreppen für Einkaufszentren, dafür Einnahmen via Bildschirm-Werbung? Ein mögliches Zukunftsszenario. Doch auch in den Wohnquartieren sieht Werren Potenzial: «Wenn Sie rasch ein Loch im Keller bohren müssen, könnten Sie in Zukunft vielleicht auch einfach im Aufzug via Community-Hub ihre Nachbarn digital nach einer Bohrmaschine fragen.»

Weitere Anwendungsbeispiele für gelebte Digitalisierung folgten am Laufmeter. So treten etwa bereits mehr als 50 Prozent aller Kaufinteressierten bei der Mettler-Toledo AG auf den digitalen Kanälen mit dem Verkauf in Kontakt. Aus der Schweiz werden Marketingkampagnen zentralisiert gesteuert und global ausgerollt. Aussendienst-Mitarbeitende werden ebenfalls digital betreut und aus der Zentrale zu Kunden mit konkreten Kaufabsichten entsandt. Servicetechniker machen sich praktisch in dem Moment auf den Weg, in dem ein vernetztes Produkt ein technisches Problem meldet.

Sichere Nahrungsmittel durch kombinierte Daten

In einer Kooperation wollen Microsoft und die Bühler Group Nahrungsmittel mit digitalen Möglichkeiten sicherer und deren Produktion effizienter machen. Zusammen wollen sie den weltweiten Food Waste und Energieverbrauch in der Nahrungsmittelproduktion um fast einen Drittel reduzieren. Wie, erklärten Robert Cuny (Bühler) und Ethem Azun (Microsoft) am Beispiel einer Maschine für die Getreideverarbeitung. Aktuell sei ein Teil der Maisproduktion wegen giftigen Stoffen durch Schimmelpilze nicht für den Verzehr geeignet. Durch die Kombination von Daten in Cloud-Rechenzentren über Herkunft und Wetterdaten von Saat bis Ernte sowie Sensordaten aus der Maschine selbst sollen Kontaminationsrisiken vor und während der Verarbeitung ermittelt sowie erkannt werden und dadurch die Kontamination von Mais durch diese Giftstoffe um 90 Prozent reduziert werden.

Weitere Vorträge widmeten sich der Zukunft der Digitalisierung. «Ein grosser Teil der heute 12-Jährigen wird Jobs haben, die wir heute noch gar nicht kennen», sagte Simon Erdmann, Leiter Digital Business bei Cognizant. Die Deon Digital AG zeigte den Weg vom Handschlag zum digitalen Vertrag via Blockchain-Technologie. SAP und die Endress+Hauser AG gaben einen Einblick in die Zukunft der Wartung von Produktionsanlagen, und Panalpina warf einen Blick in die Zukunft der digitalisierten Lieferketten. Zudem zeigten verschiedene Professorinnen und Professoren der Fachhochschule Ostschweiz aktuelle Digitalisierungs-Projekte aus der Forschung.

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