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Eine elegante, zerstörungsfreie Methode

05.06.19 - Die HSR leistet in Forschung und Lehre viel im Bereich GPR (Ground Penetrating Radar). Letztes Jahr fand die 17. internationale GPR-Konferenz mit über 250 Teilnehmenden auf dem HSR Campus statt. Nun widmete sich die Fachzeitschrift «Near Surface Geophysics» dem Thema – mit HSR Beteiligung. HSR Dozent und Fachexperte Johannes Hugenschmidt erklärt, was GPR ist und wo es zum Einsatz kommt.

Anlässlich der 'International Conference on Ground Penetrating Radar', die im Juni 2018 an der HSR stattfand, widmete die prestigeträchtige Fachpublikation «Near Surface Geophysics» der EAGE (European Association of Geoscientists & Engineers) kürzlich eine Ausgabe dem «Ground Penetrating Radar». Das zerstörungsfreie Untersuchungsverfahren wird in Geophysik, Geologie, Archäologie, Glaziologie und im Bauwesen eingesetzt. Dr. Johannes Hugenschmidt von der Fachstelle Bauwerkserhaltung und Zerstörungsfreie Prüfung an der HSR erklärt im Interview, worum es bei GPR geht.

Herr Hugenschmidt, was ist GPR?
GPR (Ground Penetrating Radar) ist ein Radarverfahren, welches insbesondere zur Untersuchung des Untergrundes (Geologie) und von Bauwerken wie Strassen oder Brücken eingesetzt wird. Wie beim bekannteren Flugzeugradar auch, wird ein elektromagnetischer Puls via eine Antenne abgestrahlt, an Inhomogenitäten reflektiert und wieder über die Antenne registriert. Stellen Sie sich vor, Sie wollen im nebligen Gebirge den Abstand zu einer Felswand bestimmen. Sie senden einen akustischen Impuls (in die Hände klatschen) und messen die Zeit bis das von der Felswand reflektierte Signal (Echo) wieder bei Ihnen ankommt.

Die kürzlich erschienene Ausgabe des Fachmagazins «Near Surface Geophysics» rückt acht Anwendungsgebiete in den Fokus. So kann GPR zum Beispiel eingesetzt werden, um Lecks in vergrabenen Wasserleitungen zu finden aber auch zur Erforschung komplexer Tunnelsysteme von Kleinst-Tieren. Was fasziniert Sie besonders an der Thematik?
GPR ist eine elegante Methode, welche Erkenntnisse liefert, an die man sonst nur zerstörend, zum Beispiel durch Bohrungen oder Grabungen, gelangt. GPR liefert schnell und flächendeckend Ergebnisse. Dies beispielsweise im Gegensatz zu Bohrungen, wo man Ergebnisse nur an einzelnen Punkten erhält. Faszinierend ist natürlich auch, massgebend an der Weiterentwicklung des Verfahrens mitarbeiten zu können.

Sehen Sie mögliche Anwendungsgebiete, die es heute noch nicht gibt?
Hier sehe ich mehrere Trends. Eine wichtige Entwicklung ist die Untersuchung von Materialeigenschaften. Bisher wurden vor allem Strukturen untersucht, zum Beispiel die Dicke von Schichten oder die Position von Einbauteilen. Weiterhin verläuft die Entwicklung von zwei- zu dreidimensionalen Untersuchungen. Dies bedeutet natürlich auch eine entsprechende Verarbeitung der gemessenen Daten. Monitoring, d.h. die Untersuchung von Veränderungen in Abhängigkeit von der Zeit, ist sehr vielversprechend, wurde bisher aber nur in Einzelfällen durchgeführt.

Was leistet die HSR im Bereich Georadar?
Die HSR hat im Bereich zerstörungsfreie Prüfung von Bauwerken eine hervorragende internationale Reputation. Wir produzieren Forschungsergebnisse und publizieren diese in internationalen Fachzeitschriften. Wir bieten unsere Leistungen als Dienstleistung an und sind auch in der Lehre vertreten.

Weitere Informationen finden Sie bei der Fachstelle Bauwerkserhaltung und zerstörungsfreie Prüfung

Johannes Hugenschmidt unterrichtet auch im Bachelor-Studiengang Bauingenieurwesen an der HSR.
Weitere Informationen zum Studiengang finden Sie hier.

Bachelor-Infotag am 26. Oktober 2019

Lernen Sie unsere Studiengänge und den HSR Campus kennen.

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