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International Study Week 2018: WING Student Louis Pfister im Interview

17.05.18 - «Die International Study Week verbindet Theorie und Praxis»: Im Rahmen des 6. Semesters seines Studiums in Wirtschaftsingenieurwesen an der HSR nahm Louis Pfister Ende April an der International Study Week teil. Er reiste nach Shanghai und besuchte Firmen, um deren Produktionsabläufe und die chinesische Kultur kennenzulernen – eine lehrreiche Erfahrung für sein späteres Berufsleben.

Louis, wie lief die International Study Week ab?
«Im Zentrum der Reise standen Besuche in produzierenden Unternehmen in und um Shanghai. Wir hatten den Auftrag, die Firmen hinsichtlich der Kriterien des EFQM-Modells zu bewerten. Die Firmenbesuche umfassten zuerst eine Firmenpräsentation und einen geführten Rundgang durch die Produktion. Anschliessend hatten wir die Möglichkeit, mit Personen des mittleren oder oberen Managements Gespräche zu führen.
Wir konnten auch die chinesische Kultur und Lebensweise kennenlernen, zum Beispiel beim gemeinsamen Mittagessen mit den Produktionsmitarbeitenden in der Firmenkantine oder im Nachtleben von Shanghai.» 

Was würdest du als Highlight bezeichnen?
«Die gesamte Reise war ein Highlight. Es war eine sehr spannende Erfahrung, einen einwöchigen, eng getakteten Business-Trip mit Charakter eines Lieferanten-Audits zu erleben. Man ist ganztags unterwegs auf Firmenbesuch, führt Gespräche mit den Verantwortlichen, arbeitet eng mit den Kollegen zusammen und muss die gesammelten Eindrücke in die gestellte Aufgabe einordnen. Zusätzlich zu diesem dichten Programm nimmt man am kulturellen Leben eines fremden Landes teil, was die Woche zu einer wertvollen und intensiven Erfahrung macht.»

Was war besonders lehrreich für dein zukünftiges Berufsleben als Wirtschaftsingenieur?
«Sehr lehrreich war die Erfahrung, dass man in den Audits möglichst viel beobachten muss, um die Firmen zu bewerten und gemäss der EFQM-Kriterien einzuschätzen. Die Rundgänge in den Produktionsanlagen werden von den Firmen geleitet. Die Firma kann also steuern, was sie uns zeigt und was wir eben nicht zu sehen kriegen. Daher muss man sehr wachsam sein und sich aus den vorgegebenen Grenzen hinausbewegen: Was wird einem gezeigt und was bleibt verborgen? In einer Firma habe ich zum Beispiel versucht, einen Notausgang zu öffnen. Ich musste feststellen, dass man diesen gar nicht öffnen kann. Im Notfall würde dieser Ausgang nicht als Fluchtweg taugen. Dies ist eine wichtige Feststellung, welche ich nicht gemacht hätte, wenn ich nur blind dem Rundgang gefolgt wäre.

Sehr wertvoll war auch, die wirtschaftliche Situation in China zu erleben. Heute scheint der Schwerpunkt der chinesischen Wirtschaft auf der Produktion zu liegen, aber der Staat pusht das wirtschaftliche Wachstum stark und versucht mit allen Mitteln vom Produktionsland zum Innovationsland heranzuwachsen. Die Prognose von den Teilnehmern und von verschiedenen Managern in den Unternehmen ist, dass dies mittelfristig auch geschehen wird. Es wird spannend sein zu sehen, wie sich dies auf die globale Wirtschaft auswirkt. Ich kann mir vorstellen, dass sich der Westen dann warm anziehen muss!»

Welchen Schwierigkeiten bist du begegnet?
«Der Sprachbarriere. Viele unserer chinesischen Ansprechpersonen konnten kein oder nur wenig Englisch. Somit war es teilweise schwierig, Gespräche zu führen und Details zu den Produktionsabläufen in den Firmen zu erhalten. Da wir einen Auftrag hatten, standen wir unter Druck, denn wir mussten trotz Sprachbarriere an konkrete Informationen kommen und fundierte Ergebnisse abliefern. Es war sehr hilfreich, dass eine Mitarbeiterin des WING-Studiengangs Chinesin ist und schon seit vielen Jahren in Europa lebt. Sie spricht Chinesisch und kennt die chinesischen Umgangsformen, hat aber gleichzeitig eine kritische Aussenperspektive durch ihre Erfahrungen in Europa.»

Inwiefern konntest du das im WING-Studium Gelernte in der International Study Week anwenden?
«Es war spannend zu sehen, dass die Methoden aus der Theorie, die wir im Studium gelernt haben, in den Firmen real im Einsatz sind. Während der Rundgänge in den Produktionsanlagen konnte ich zum Beispiel die verschiedenen Methoden des Lean Managements erkennen, welche uns im WING-Studium vermittelt wurden. Damit ist es der International Study Week gelungen, einen Bezug zwischen der Theorie und der Praxis schaffen.»

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