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Schweizer Windenergie-Forschung trifft sich an der HSR

17.05.19 - Die Windenergie-Branche in der Schweiz ist international erfolgreich und hochinnovativ. Wegen des geringen Windenergie-Anteils in der Schweiz selbst, ist die Branche aufs Ausland fokussiert und bisher kaum vernetzt. Das erste Windenergie-Forschungsforum an der HSR startete deshalb mit dem Ziel, die nationale Windenergie-Branche zusammenzubringen und den Austausch zu fördern. Das ist gelungen: Rund 80 Vertreterinnen und Vertreter von Industriegrössen, KMU und Forschungsanstalten folgten der Einladung. Im Herbst 2019 soll das «Swiss Wind Energy R&D Network» gegründet werden.

Gemeinsam lässt sich mehr erreichen. Nach diesem Motto baut die HSR seit etwa einem Jahr ein Windenergie-Forschungsprogramm auf, das neben Forschung und Entwicklung auch die Vernetzung der Innovationstreiber in der Schweizer Windenergie-Branche zum Ziel hat. «Es gibt in der Schweiz so viele Aktivitäten in der Windenergie. Der Fokus liegt jedoch auf Projekten im Ausland, weswegen Unternehmen, Forschende und Industriebetriebe gar nicht wissen, wie viel in der Schweiz läuft. Ein Austausch findet momentan zu wenig statt», sagt Dr. –Ing. Sarah Barber, Leiterin des Windenergie-Forschungsprogramms am IET Institut für Energietechnik der HSR. Ein zentrales Thema des Forums war deshalb die Gründung eines Windenergieforschung-Netzwerks. In Zusammenarbeit mit den Forums-Teilnehmenden, dem Bundesamt für Energie (BFE) und der Schweizerischen Agentur für Innovationsförderung Innosuisse soll die Gründung im Spätsommer 2019 forciert werden. Die Besucherinnen und Besucher des Forums diskutierten in verschiedenen Workshops, welche Ziele dieses Netzwerk anpeilen soll, wie sich die Beteiligten einbringen können und wie sich die Kompetenzen von Hochschulen und Industrie in der Schweiz sinnvoll und zum Vorteil aller bündeln lassen.

«Sogar Ölfirmen rechnen mit grossem Wachstum der erneuerbaren Energien»

Laut HSR Professor Dr. Henrik Nordborg sind die Marktbedingungen für Windkraft günstig. Es gebe derzeit kein Zukunftsszenario, in dem es kein Wachstum im Bereich der erneuerbaren Energien geben werde, so Nordborg, und weiter: «Sogar Ölfirmen rechnen mit einem grossen Wachstum der erneuerbaren Energien.» Windenergie werde dabei neben Solarenergie der wichtigste Baustein des künftigen Energiesystems sein. Physikalisch betrachtet sei Wind «der effizienteste Weg, Energie zu erzeugen», so Nordborg. Das Optimierungspotenzial bei Windkraftanlagen deshalb mit Hilfe zielgerichteter Forschung auszunutzen, sei nur logisch. Insofern sei ein Netzwerk der Schweizer Windenergie-Forschung zu begrüssen.

Fördergeld als Innovationstreiber


Klar ist nach dem Windenergieforum an der HSR: Das Interesse, der Windenergie durch Forschungsförderung zum Durchbruch zu verhelfen, ist in der Schweiz vorhanden. Sowohl das BFE als auch Innosuisse informierten die rund 80 Teilnehmenden über verschiedene Fördermöglichkeiten des Bundes für die Unterstützung von Projekten in der Energieforschung. Einen Überblick über die wichtigsten Forschungsfelder gab Adrian Timbus von ABB. Er verortet die Markt- und Technologietrends für Windenergie in den Bereichen Digitalisierung, Batteriespeicher, Materialforschung sowie in der besseren Integration erneuerbarer Energien in Markt und Stromnetz. Welche Rolle dabei die Digitalisierung spielen kann, zeigte Imad Abdallah von der ETH Zürich auf. Er referierte über verschiedene Möglichkeiten zum digitalen Struktur- und Zustandsmonitoring bei Windkraftanlagen. «Steuerungssysteme, die Windanlagen beispielweise jederzeit optimal abgestimmt auf Faktoren wie Windrichtung, Temperatur und Wetter betreiben, sind auf gute Monitoring-Daten angewiesen», so Abdallah. Das vorausgesetzt, habe die Windenergie enormes Wachstumspotenzial.
Chancen für die Windenergie sind mit einer entsprechenden Konzentration der Forschungsmittel und -kompetenzen in der Schweiz also vorhanden. Im Spätsommer 2019 wird sich zeigen, wie genau das «Swiss Wind Energy R&D Network» seinen Beitrag dazu leisten will.

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