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Spezialtiefbau-Branche trifft sich an der HSR

03.12.19 - Mehr als 150 Ingenieurinnen und Ingenieure, Forschende und Baufachleute trafen sich letzte Woche zur Fachtagung «Spezialtiefbau Schweiz» an der HSR. Insgesamt 9 Fachreferenten gaben detaillierte Einblicke in angewandte Innovationen und Best-Case-Beispiele anhand realer Bauprojekte.

Tagungsleiter Prof. Dr. Carlo Rabaiotti vom IBU Institut für Bau und Umwelt der HSR führte die Teilnehmenden durch die Tagung. Highlights aus der Schweizer und der internationalen Spezialtiefbau-Branche regten die Teilnehmenden zu vielen Diskussionen an.
 
Gute Vorarbeit und einfache Planung spart Kosten
 
So plädierte etwa Klaus Idda von der Bauer Spezialtiefbau AG dafür, vor Beginn eines Bauprojekts den Baugrund gut zu analysieren und auch Wert auf eine einfache Planung zu legen. «Viele Planer halten es beispielsweise für eine gute Idee, bei Pfahlbaugründungen für Hochhäuser viele verschiedene Durchmesser bei den Pfählen vorzusehen – in der Praxis kostet das aber vor allem Zeit und Geld».
 
Auch im weiteren Verlauf der Tagung ging es um alles, was für einen schnellen, sicheren Baufortschritt wichtig ist und unter dem Boden unsichtbar seinen Dienst verrichtet, sobald das Gebäude darüber in die Höhe wächst. Marc Freiburghaus (Marti AG) referierte etwa zu den Herausforderungen und Vorteilen von Mini-Jet-Ankern in der Baugrube des Inselspitals Bern. Pirmin Betschart (JMS Risi AG) zeigte, worauf zu achten ist, wenn die Tragfähigkeit von Pfahlfundationen geprüft wird. Und Daniel Bucher von der Implenia Schweiz AG wählte mit dem Andreasturm in Zürich ein Hochhaus-Beispiel, das zwischen zwei Bahndämmen unter hohem Zeitdruck mit Schlitzwänden und Schlitzwandpfählen realisiert wurde: «Das Verfahren ist vor allem für innerstädtische Verdichtungsprojekten attraktiv, wo Platz eine kritische Ressource ist».
 
Effizientere Methoden und Verfahren
 
Auch den weiteren Referaten der Fachtagung standen aktuelle Innovationen und eindrückliche Praxisbeispiele aus dem Spezialtiefbau vor allem in der DACH-Region im Zentrum. Immer wieder öffneten die Referenten aber auch den Blick auf internationale Grossprojekte, bei denen Know-how aus der Schweiz eingesetzt wurde.
Timo Ackermann (Keller AG) erläuterte die Vorteile und Anwendbarkeit des Jet Grouting Verfahrens in einem breiten Spektrum der geotechnischen Anwendungen - eine Methode, mit der via Zement-Düsenstrahl Zementkörper im Erdreich erstellt werden können. Erich Saurer (SKAVA GmbH) informierte das Publikum ausführlich und sehr umfangreich über die Bemessungsmerkale des Faserbetons und des Spritbetons gemäss deutschen und österreichischen Richtlinien.
Julian Felder und Alessio Höttges (Ghelma Spezialtiefbau/HSR) stellten ein eigenes, neuartiges Qualitätssicherungssystem für Niederdruckinjektionspfähle mit Hilfe von Faseroptik vor.
Ebenfalls auf Faseroptik konzentrierte sich das Referat von Michael Iten (Marmota engineering AG). Er stellte anhand einer breiten Palette von Anwendungen und eigenen Projekten die Vorteile faseroptischen Monitorings gegenüber konventionellen Sensoren vor.
Manuel Aukenthaler (SISGEO) referierte am Beispiel des Laktha Center in Sankt Petersburg (höchstes Hochhaus Europas) über die Bemessung und die Monitoring-Ergebnisse, die von SISGEO sehr umfangreich und aufwändig genutzt wurden.
 
Die Tagung hat die Innovationskraft und die Lebendigkeit des Tiefbaus der Schweizer Unternehmer gezeigt. Gleichzeitig wurde die Notwendigkeit für effizientere Bemessungsverfahren und Baumethoden deutlich. «Es gibt im Spezialtiefbau neue und innovative Bau- und Bemessungsmethoden auf dem Markt, deren Anwendung wird jedoch durch die Normen nicht klar geregelt. Hier besteht dringend Handlungsbedarf.», resümierte Tagungsleiter Prof. Dr. Carlo Rabaiotti. In diesem Zusammenhang wünschte er sich, dass die Praxis durch ein agileres Normwesen unterstützt wird.
 
Weitere Informationen sowie das Programm mit Angaben zu allen Referenten finden Sie hier auf der Website des IBU Institut für Bau und Umwelt der HSR oder unter geotechnik-fachtagung.com.

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