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Best Paper Award: Reduktion des traditionellen Kiesabbaus

23.09.19 - An der internationalen Konferenz «Sustainable Built Environment SBE19» in Graz wurde ein Team aus Forschenden der HSR (IBU, UMTEC) und der FHSG (IMS) mit einem Best-Paper Award ausgezeichnet. Das Projekt «CUBIC: Abstimmung von Ressourcenpolitik und Geschäftsstrategien im Bausektor» untersucht den Ressourcenverbrauch, Emissionen und Wertschöpfung der Kies- und Betonwirtschaft.

Mineralische Baustoffe sind eine der wichtigsten inländischen Ressourcen. Jedoch führt ihre Nutzung zu erheblichen Materialumsätzen und Verkehrsaufkommen. Durch das Schliessen der Materialkreisläufe im Bauwesen kann diese Situation deutlich verbessert werden. Bauunternehmen werden so zu Dienstleistern in der Materialbewirtschaftung von Baustellen und ihr Umsatz und Gewinn werden unabhängiger vom Verbrauch von natürlichen Rohstoffen.

Im Forschungsprojekt «CUBIC», das im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms 73 «Nachhaltiges Wirtschaften» vom Schweizer Nationalfond gefördert wird, untersuchen Forschende der HSR (Institut für Bau und Umwelt IBU und Institut für Umwelttechnik UMTEC) und der FHS St Gallen (Institut für Modellbildung und Simulation) wie diese Entwicklung politisch gelenkt werden kann. Im IBU wird derzeit ein ökonomisch erweitertes Materialfluss-Modell entwickelt, mit dem Ressourcenverbrauch, Emissionen und Wertschöpfung der Kies- und Betonwirtschaft untersucht werden können – auf der Ebene von Unternehmen und Regionen.

Eine erste Anwendung dieses Modells für eine alpine Region wurde an der internationalen Konferenz «Sustainable Built Environment SBE19» in Graz vorgestellt und mit einem Best-Paper Award ausgezeichnet. Sie zeigt, dass man durch die Aufbereitung kiesigen Aushubs den Materialumsatz der Bauwirtschaft um bis zu ein Drittel reduzieren könnte. So könnte der traditionelle Kiesabbau reduziert werden – zum Nutzen von Natur und Landschaft. Der Einfluss auf die Wertschöpfung der Branche, ihren Energieverbrauch und ihren Beitrag zum Klimawandel ist hingegen gering. Diese Erkenntnisse ermöglichen einen differenzierten Blick auf die Relevanz von Geschäftsmodellen auf regionale Entwicklungen.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Modellbildung und Simulation (IMS) in St. Gallen werden die Erkenntnisse dieser Teilstudie nun mit einer systemdynamischen Simulation verknüpft, um die Wechselwirkungen zwischen öffentlichen Politiken und unternehmerischen Entscheiden zu beschreiben. Das interdisziplinäre Team will so Vorschläge für eine Ressourcenpolitik erarbeiten, die auf die regionalen Bedingungen abgestimmt ist und ressourceneffiziente Geschäftsmodelle fördert.

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