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«Emissionen bei steigendem Gewinn senken»: myclimate Geschäftsführer René Estermann an der HSR

27.11.17 - René Estermann, Geschäftsführer der Stiftung myclimate, diskutierte als Gastvortragender im EEU-Seminar am Donnerstag, 23. November 2017 die Chancen der Schweiz in der internationalen Klimapolitik. Seine Botschaft macht Mut: Klimaschutz könne sich – richtig gemacht – auch wirtschaftlich lohnen.

Estermann startete seinen Vortrag mit der schlechten Nachricht: Die globalen Herausforderungen des Klimaschutzes sind gross. Die gute: Die notwendigen Technologien und das erforderliche Wissen wären vorhanden, um die Probleme zu lösen. «Das ist einzig eine Frage des politischen Willens», sagte Estermann und betonte die Rolle der Schweiz: «Gerade die Schweiz als reiches und von der Klimaerwärmung nicht allzu gefährdetes Land, könnte der Welt als Vorbild dienen.» Als Hauptproblem identifizierte Estermann die Zeit, die uns davonzurennen droht. Um das Ziel des Pariser Abkommens von weniger als +2°C Erderwärmung einzuhalten, müsste der globale CO2-Ausstoss alle 10 Jahre um 50 Prozent sinken. Doch er steigt immer noch. Laut Estermann ist eine Trendwende nur möglich, wenn Treibhausgasemissionen gemäss dem Verursacherprinzip teurer werden. Dafür setzt sich die Stiftung myclimate mit Projekten, Bildungsangeboten und Klimakompensation ein. Durch den Einkauf von Klimakompensationsbeiträgen können Privatpersonen und Firmen unvermeidbare Emissionen monetär kompensieren. Ihre Beiträge fliessen wiederum in Klimaschutzprojekte.  

Wie kann sich Klimaschutz wirtschaftlich lohnen?

«Der Innovationstreiber im Bereich Klimaschutz ist – wie sonst überall – der Markt» sagte Estermann und stellte Beispiele vor, wie bekannte Unternehmen in Zusammenarbeit mit myclimate ihre Emissionen bei steigendem Gewinn senken konnten. Dazu zählt die Brauerei Locher, die ihren CO2-Fussabdruck durch konstanten Einsatz um 22 Prozent reduzieren konnte: durch die Erhöhung der Auslastung, Wechsel des Treibstoffs und der konsequenten Kompensation aller CO2-Emmissionen.
Coop sich setzt mit der «Vision CO2-neutral bis 2023» ehrgeizige Ziele: Die CO2-Emissionen sollen in den drei Bereichen Wärme, Elektrizität und Transport reduziert und innerhalb der nächsten 15 Jahren zu (annähender) CO2-Neutralität führen. Coop setzt beispielsweise CO2 als Kältemittel ein. Dadurch verbrauchen die Anlagen rund ein Viertel weniger Strom als herkömmliche. Altes Speiseöl nutzt Coop als Biodiesel für Lastwagen. Als erstes Unternehmen in der Schweiz möchte Coop eine öffentliche Wasserstofftankstelle aufbauen und die entsprechenden Fahrzeuge auch für den Eigenbedarf einsetzen.

René Estermanns schloss seinen Vortrag mit einem Ausblick, der den Nagel auf den Kopf trifft: «Die Zukunft kommt sowieso. Die Frage ist nur, wie wir sie gestalten.»

Der Präsentation von René Estermann finden Sie hier.
Weitere Informationen zur Stiftung bietet die Webseite myclimate.org.

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