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Erfrischend schonungslose Werbung für Atomausstieg und Energiewende

19.10.16 - Die Schweiz ist ein schönes, wohlhabendes Land und soll es auch bleiben. Das war die Grundaussage von ETH-Professor und Unternehmer Anton Gunzinger, der gestern an der HSR im Rahmen eines Vortrags seine Argumente für eine sorgfältig geplante Energiewende vor grossem Publikum in der HSR Aula präsentierte. Organisiert wurde der Vortrag vom Studiengang Erneuerbare Energien und Umwelttechnik.

Bei der Präsentation seines „realen Spiels in fünf Akten“ hielt sich Gunzinger nicht lange mit Idealismus auf, sondern lieferte innerhalb von rund 60 Minuten ein wahres Stakkato an Statistiken und Berechnungen. Fazit: Dass ein Umstieg auf 100% erneuerbare Energieerzeugung zu teuer, schwierig und langwierig sei, ist nicht wahr. Die Schweiz ist aktuell lediglich nicht willens, ihre Wirtschaftskraft in einen solchen Umstieg zu investieren. Laut Gunzinger könnte man mit einer gut geplanten Energiewende bereits in 10 Jahren den Ausfall sämtlicher Schweizer Atomkraftwerke mit Energie aus erneuerbaren Energiequellen kompensieren.

Dabei lieferte er eindrückliche Berechnungen. So sei etwa im Bereich der Automobilität die Energiewende bereits passiert – allerdings nur im Segment der Fahrzeuge über 80 000 Franken. In einem Direktvergleich eines Tesla Roadster Sport mit einem Porsche 911 Carrera S zeigte Gunzinger, dass die Jahreskosten für die Energie zum Betrieb der Autos bei 16000 Kilometern Jahresleistung für den Tesla dreimal niedriger liegen.

Schweiz hinkt hinterher
In weiteren internationalen Zahlenvergleichen zeigte Gunzinger auf, dass die Schweiz trotz ihrer wirtschaftlichen Stärke dem internationalen Geschehen deutlich hinterherhinkt. Im Jahr 2015 seien weltweit erneuerbare Energieprojekte mit einer Erzeugung von rund 200 Terawattstunden (Leistung von rund 25 grossen Atomkraftwerken) neu gebaut worden. Die Wachstumsrate der erneuerbaren Energien betrage weltweit rund 30 Prozent. Zum Vergleich: Die Schweiz baut etwa 0,3 Terawattstunden pro Jahr an erneuerbarer Energie, was laut Gunzinger proportional zur wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit nur rund einem Prozent Wachstum pro Jahr entspricht.

Seinen Vortrag schloss Gunzinger mit einem klaren Plädoyer für den Atomausstieg, verbunden mit einem klaren Ausstiegsplan und einem klaren Einstiegsplan in die erneuerbare Energieversorgung der Schweiz.

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