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"Kinder sind Experten für ihre Räume": Südkoreanische UNICEF-Delegation besucht die HSR

21.06.17 - Wie können wir Kinder in die Planung ihrer Räume einbeziehen? Im Rahmen der UNICEF-Initiative „Kinderfreundliche Gemeinde“ besuchte eine 35-köpfige Delegation aus Südkorea die HSR. Prof. Dr. Joachim Schöffel vom IRAP gab spannende Einblicke in die Forschungsarbeit zur Partizipation von Kindern in der Raumplanung – die auch für südkoreanische Städte interessant sind.

Ein Kind spielt im Garten, rundherum trennt ein Zaun das Grundstück des Einfamilienhauses vom öffentlichen Raum. Auf den ersten Blick ein idealer, sicherer Ort zum Spielen. Auf den zweiten nicht ganz. Denn Kinder benötigen nicht nur gefahrlose und gestaltbare Räume zum Spielen, sie sollen hier auch Interaktionschancen mit anderen Kindern finden. „Spielplätze sind für Kinder, was Büros für uns Erwachsene sind“ sagt Joachim Schöffel zu Beginn seines Vortrags. Sie sollten nicht nur Raum zum Spielen sondern auch zum Lernen sein. Doch was brauchen Kinder dazu? Das müssen die Erwachsenen von ihnen selbst lernen. Die Forschenden des IRAP Institut für Raumplanung der HSR arbeiten deshalb daran, die Sichtweise und Ideen der Kinder und Jugendlichen einzubeziehen.

Nach dem Vortrag entstand eine angeregte Diskussion mit den südkoreanischen Gästen. Dabei stand die Anwendbarkeit der Rapperswiler Ansätze auf südkoreanische Städte mit ihren grösseren Dimensionen und unterschiedlichen Rahmenbedingungen besonders im Vordergrund. Kim Seong-Su, Bürgermeister der Provinzhauptstadt Jeonju, bedankte sich für die Inspiration und gab Einblick in die südkoreanische Perspektive zum Thema: „Nach dem Korea-Krieg ist Südkorea wirtschaftlich sehr schnell gewachsen – das hat auch Schattenseiten. Jetzt ist es höchste Zeit, sich auch auf das Leben der Menschen zu konzentrieren, besonders auf das der Kinder."

Interdisziplinär zusammenarbeiten für mehr Kinderfreundlichkeit

Um öffentliche und private Räume für Kinder besser nutzbar zu machen, haben die Forschenden der HSR in Zusammenarbeit mit Schulen, Institutionen der Kinder- und Jugendarbeit sowie Sozialarbeitern neue methodische Zugänge entwickelt. Wichtige Partner sind zudem die Gemeinden selbst sowie die UNICEF-Initiative «Kinderfreundliche Gemeinden», die Schweizer Gemeinden dabei unterstützt, kinderfreundlicher zu werden. Die UNICEF-zertifizierten Gemeinden werden nun auch zu Vorbildern für das Ausland. So besucht die von UNICEF geführte Delegation aus Vertretern südkoreanischer Gemeinden und Provinzen die Schweizer Gemeinden. Am Mittwoch lernten sie an der HSR die aktuellen Ansätze der Forschenden zur Kinderpartizipation in der Raumplanung kennen. Joachim Schöffel stellte aktuelle Fallstudien vor, in denen Kinder zwischen 7 und 12 Jahren auf spielerische Weise ihre Bedürfnisse, Meinung und Ideen zum Ausdruck bringen konnten. Welche Stellen eines Spielplatzes nutzen die Kinder am liebsten zum Spielen, welche weniger? Auf welchem Untergrund machen sie gerne welche Aktivitäten? Wo haben sie Platz, sich zurückzuziehen? Die Kinder als Expertinnen und Experten für ihre Räume teilen ihr Wissen mit den Forschenden. Diese erhalten Aufschluss darüber, wie öffentliche Räume für Kinder – zum Beispiel Spielplätze – gezielt verbessert werden können. „Dabei gab es oft ganz konkrete Ideen von den Kindern, die sehr viel Verbesserung brachten und in der Umsetzung nicht einmal viel kosteten“ sagt Joachim Schöffel.

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