Alle Einträge anzeigen

Produktionsstandort Schweiz muss kein Wettbewerbsnachteil sein

15.11.16 - Am 9. November 2016 fand die dritte Innovationstagung an der HSR Hochschule für Technik Rapperswil des Jahres statt. Rund 150 Teilnehmende aus Forschung und Wirtschaft diskutierten zum Thema „Innovationen am Produktionsstandort Schweiz“. Im Kern drehte sich alles darum, wie Schweizer Unternehmen weiterhin im globalem Wettbewerbs- und Kostendruck erfolgreich in der Schweiz produzieren können.

Um in der dynamischen, globalen Wirtschaft zu bestehen, müssen Schweizer Unternehmen mit Innovationen auf den grossen Kostendruck und die Frankenstärke reagieren. An der HSR Innovationstagung im November diskutierten rund 150 Teilnehmende, mit welchen Methoden Schweizer Unternehmen ihre Produktion im Inland erhalten können.

Alle 10 Tage ein Tag Produktionsstopp – für Innovationen
Das eindrücklichste Beispiel dazu lieferte die Wilhelm Schmidlin AG: Ein Tag Produktionsausfall im 10-Tages-Rhythmus klingt nach einem Horrorszenario für die Produktionseffizienz. Doch der Schweizer Badewannen-Hersteller macht das seit mehr als fünf Jahren mit voller Absicht – und sichert damit seine Arbeitsplätze im Inland, indem er durch die Verbesserungen in der Administration und Fertigung konkurrenzfähig bleibt. Laut Inhaber und Geschäftsführer Urs Wullschleger nutzt die Firma unter dem Slogan „SchmidLEAN“ bewusste Produktionspausen für Innovationen im Produktionsablauf.

So konnten durch bedachte Optimierungen Umrüstzeiten von gewissen Maschinen von vorher einem halben Tag auf eine halbe Stunde reduziert werden. Auch die Krankheitsraten von Mitarbeitenden konnten durch weniger stressgetriebene Abläufe gesenkt werden. In der Summe rechnet sich laut Wullschleger der selbst verabreichte Produktionsstopp alle 10 Tage. Inspiriert ist das Vorgehen von Konzepten japanischer Unternehmen und der Methode „Kaizen“.

Vorsprung durch Digitalisierung und Dateninnovation
Immer wieder fiel an der Innovationstagung auch der Begriff Industrie 4.0. In ihren Vorträgen zeigten die beiden HSR Professoren Roman Hänggi und Daniel Politze, wie Schweizer Unternehmen durch die Digitalisierung und Dateninnovation den hart erarbeiteten, weltweiten Innovations-Vorsprung auch in Zukunft sicherstellen können. An der HSR wurde eigens das DigitalLab@HSR gegründet, um Unternehmen für Digitalisierungs-Projekte das gebündelte Know-how von 14 interdisziplinären HSR Professorinnen und Professoren, der Universität St. Gallen und des globalen IT-Dienstleisters Cognizant bieten zu können.

Know-how steuerte auch Management-Berater Thomas Zellweger bei, der in seinem Vortrag mit überzeugenden Daten und Grafiken die Erfolgsfaktoren für die Produktion in der Schweiz hinterfragte, analysierte und bewertete.

 

Bild 1: Urs Wullschleger, Wilhelm Schmidlin AG, schildert, welche Innovationen in seinem
Unternehmen durch bewusste Produktionspausen realisiert werden konnten.

Bild 2: Die Referenten der Innovationstagung (von links): Roman Hänggi, Daniel F. Keller, Thomas
Zellweger, Daniel Politze und Urs Wullschleger.

Bachelor-Infotag am 3. November 2018

15.10.18 - Lernen Sie unsere Studiengänge und den HSR Campus kennen.